Katerstimmung beim FC St. Pauli: Wurde der Gegner unterschätzt?

Hamburg - Was war da am Samstag beim FC St. Pauli los? Mit der Niederlage im Zweitliga-Spiel gegen SV Darmstadt 98 endete ein kurzer Höhenflug. Nach dem Spiel gab es viel Selbstkritik.

Nach der Partie kann man sich nur an den Kopf fassen, wie es Mats Moeller-Daehli tat.
Nach der Partie kann man sich nur an den Kopf fassen, wie es Mats Moeller-Daehli tat.  © dpa/Axel Heimken

Die 29.412 Zuschauer sahen mit dem FC St. Pauli eigentlich die bessere Mannschaft im Millerntor-Stadion spielen, doch am Ende gewannen die Gäste aus Hessen. 0:1 endete die Partie durch einen Treffer von Victor Palsson in der 80. Minute.

Dabei dominierten auf dem Platz die Hamburger, was auch ein Blick auf die Statistik zeigt. St. Pauli hatte mit 62 Prozent den meisten Ballbesitz, konnte zehn Ecken schießen und versuchte 20 Torschüsse.

Doch keiner saß - zumindest gab es keinen gewerteten Treffer. Ein Tor von Waldemar Sobota in der 63. Minute war aus Schiedsrichtersicht Abseits.

Die Mannschaft war vor allem die erste Halbzeit über unruhig und es gelang nicht, die Chancen zu nutzen. Das stellte auch Trainer Jos Luhukay nach der Niederlage fest.

"Der letzte Pass war nicht gezielt und gut genug. Wir hatten immer solche Momente, aber letztendlich waren wir nicht zielstrebig und torgefährlich genug. Wir waren zu unruhig und überhastet gegen einen Gegner, der das sehr gut gemacht hat."

Doch woran lag das genau?

Niederlage kratzt am Selbstvertrauen

Robin Himmelmann kann den Kopfball nicht halten und Darmstadt gelingt das Sieg-Tor.
Robin Himmelmann kann den Kopfball nicht halten und Darmstadt gelingt das Sieg-Tor.  © dpa/Axel Heimken

Es sei sehr schwer für den FC St. Pauli gewesen, einen Rhythmus zu finden, sagte Luhukay. Dazu käme ein sehr defensiv orientierter Gegner, der die Räume gut zugestellt habe.

Das sieht auch der St. Pauli-Torwart so. "Darmstadt hat das defensiv gut gemacht und uns wenig Räume gegeben", sagte Robin Himmelmann.

"Trotzdem fand ich nicht, dass wir gar keine Ideen hatten. Wir sind immer mal wieder gefährlich im Strafraum aufgetaucht."

Um ein Tor zu schießen, habe aber die Entschlossenheit der vergangenen Spiele gefehlt, stellte Daniel Buballa fest.

Die - nun gebrochene - Erfolgsserie von keiner Niederlage in sechs Spielen gab den Kiezkickern Selbstvertrauen. Das ist nun angeknackst.

Deutlich wird das an den Worten von Marvin Knoll nach dem Spiel. "Ein Tor aus dem Nichts zu fangen, davor fand ich Darmstadt ungefährlich, und das Spiel zu verlieren, ist sehr bitter."

Dennoch blicken Mannschaft und Trainer nach vorne. Man werde das Spiel analysieren und den Fokus auf die kommende Partie gegen Heidenheim richten, "um dort wieder an die Spiele davor anzuknüpfen", sagte Luhukay.

Titelfoto: dpa/Axel Heimken

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