Vom Helden zum Deppen! St.-Pauli-Keeper Himmelmann mit rabenschwarzem Tag

Hamburg - Gegen Holstein Kiel noch der gefeierte Held, gegen Dynamo Dresden der letzte Depp! Hinter Robin Himmelmann, Torwart des FC St. Pauli, liegt eine abwechslungsreiche Woche.

Robin Himmelmann irrte bei einer Ecke durch den Strafraum. Dresdens Nikolaou musste nur noch einköpfen.
Robin Himmelmann irrte bei einer Ecke durch den Strafraum. Dresdens Nikolaou musste nur noch einköpfen.  © Lutz Hentschel

Am Montag sicherte der 30-Jährige mit seinen teils spektakulären Paraden in der Schlussphase den Sieg gegen Holstein Kiel. Am Samstag gegen Dynamo Dresden langte er zweimal daneben, am Ende stand trotz einer 3:0-Führung ein 3:3 auf der Anzeigetafel.

"Wir haben 35 Minuten lang ein überragendes Auswärtsspiel gemacht", befand Himmelmann. Doch dann kam sein erstes Aussetzer.

Bei einer immer länger werdenden Ecke irrte der Torwart durch den Strafraum, am zweiten Pfosten brauchte Dynamo Dresdens Jannis Nikolaou nur noch einnicken. "Ich versuche da hinzukommen, aber der wird immer länger und dann werde ich noch geblockt von irgendwem", beschrieb Himmelmann die Szene zum Anschlusstreffer in der 40. Minute.

Nach der Pause kamen die Sachsen mit Feuer aus der Kabine. Es dauerte nicht lange, bis erneut Nikolaou für den Anschlusstreffer in der 54. Minute für den Anschlusstreffer sorgte.

"Dynamo hat nie nachgelassen und ist im Spiel geblieben. Wir waren vor dem zweiten und dritten Gegentor jeweils dran, das vierte Tor zu schießen", urteilte Trainer Jos Luhukay. Doch das erlösende Tor sollte für die Kiezkicker nicht fallen.

Torhüter Himmelmann gesteht Fehler ein

Trainer Jos Luhukay legte seine Hände nach der Partie schützend über Unglücksrabe Robin Himmelmann.
Trainer Jos Luhukay legte seine Hände nach der Partie schützend über Unglücksrabe Robin Himmelmann.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Stattdessen klingelte es kurz vor Schluss wieder im Kasten des St. Paulianer - und wieder sah Robin Himmelmann nicht gut aus. Einen langen Ball schätzte der Keeper vollkommen falsch ein, kam aus seinem Tor und einen Schritt zu spät. So konnte Moussa Koné die Kugel einfach an ihm vorbei legen und ins leere Tor schießen.

"Am Ende müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Bei dem dritten Tor sehe ich nicht gut aus, darüber brauchen wir nicht diskutieren", gab der Unglücksrabe zu.

Trainer Luhukay nahm seinen Schlussmann aber in Schutz: "Ich will Robin absolut nicht die Schuld geben, dass wir heute unentschieden gespielt haben. Man tut es gemeinsam."

Aber so sei auch das Schicksal eines Fußballers. "Montagabend der gefeierte Mann und heute weiß er selber, dass er bei zwei Gegentoren keine gute Figur abgegeben hat", schob der Niederländer nach.

Teamkollege Marvin Knoll wurde hingegen deutlicher. "Wir führen 3:0 und müssen eigentlich drei Punkte mitnehmen, spielen dann aber noch 3:3. Das ist unfassbar und ein bitterer Ausgang für uns", sagte er. "Dann bekommen wir dumme Gegentore, das darf uns nicht passieren."

Dass der Ausgleich in Überzahl fiel, konnte der Mittelfeldmann kaum fassen: "Wir sind ein Mann mehr, dann kommt ein langer Pass, ein Konter. Dann kriegst du den Ausgleich, dass darf nicht passieren." Die Mannschaft habe in der frühen Phase bereits zahlreiche Punkte hergeschenkt, so Knoll.

Derby gegen HSV steht vor der Tür

Schon am vergangenen Montag gegen Holstein Kiel hatten die Kiezkicker Glück, ihre zwischenzeitliche 2:0-Führung nicht aus der Hand zu geben. Gegen Dresden war es dann so weit, es reichte noch nicht einmal eine 3:0-Führung.

Die körperlichen Mängel, die Trainer Luhukay immer wieder anprangerte, scheinen noch nicht behoben zu sein. Das am Ende sogar trotzdem noch das 4:3 hätte fallen können - James Lawrence verpasst eine Hereingabe von Christian Conteh am Fünfer nur um Zentimeter - darf nicht über die Aussetzer und Unkonzentriertheiten weg täuschen. Es bleibt weiterhin ein langer Weg.

In der Länderspielpause können nun die Defizite aufgearbeitet werden. Denn der nächste Kracher wartet schon. Am 16. September steht das Derby gegen den HSV an.

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