St. Pauli und Trainer Luhukay gegen Hannover 96 unter Druck

Hamburg - Der Weg des FC St. Pauli führte in den vergangenen Wochen immer weiter nach unten. Seit Oktober holten die "Kiezkicker" aus sechs Spielen nur drei Zähler, dazu kam das Aus gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal.

Für Trainer Jos Luhukay wird die Luft beim FC St. Pauli allmählich dünner.
Für Trainer Jos Luhukay wird die Luft beim FC St. Pauli allmählich dünner.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Mittlerweile findet sich der Verein nur noch auf Platz 13 wieder. Der Relegationsrang ist nur einen mageren Punkt entfernt, der Vorsprung auf den 17. Dynamo Dresden beträgt drei Zähler.

Das Spiel am Samstag (13 Uhr) gegen Hannover 96 wird ein Sechs-Punkte-Spiel. Der Bundesliga-Absteiger belegt eben jenen Relegationsrang 16 und könnte mit einem Sieg am FC St. Pauli vorbeiziehen.

Doch wie die Gastgeber, stecken auf die Roten in einer Formkrise. Den Trainerwechsel haben die Verantwortlichen um Club-Boss Martin Kind bereits vollzogen - Kenan Kocak ersetzte Mirko Slomka.

Bei St. Pauli wurde bisher an Trainer Jos Luhukay festgehalten - noch. Ein erster Stimmungstest dürfte die Mitgliederversammlung am Mittwochabend sein.

Aufgrund der jüngsten Ergebnisse dürfte es für den Niederländer und seine Mannschaft ungemütlich werden - passend zum tristen Wetter in Hamburg derzeit.

Dabei sah die Situation vor einiger Zeit noch ganz anders. Die Kiezkicker gewannen das so wichtige Stadt-Derby gegen den Erzrivalen Hamburger SV und kletterten nach fünf weiteren Punkten aus drei Spielen auf Platz fünf. Die Aufstiegsränge waren in Reichweite.

Nur vier Trainer haben schlechteren Punkte-Schnitt

Waldemar Sobota verlässt mit gesenktem Haput den Platz. Im Hintergrund diskutieren Sebastian Ohlsson (links) und Leo Östigaard.
Waldemar Sobota verlässt mit gesenktem Haput den Platz. Im Hintergrund diskutieren Sebastian Ohlsson (links) und Leo Östigaard.  © Axel Heimken/dpa

Doch nur wenige Wochen und sieben sieglose Spiele später schrillen am Millerntor die Alarmglocken. Von Unruhe aber keine Spur. Am Stuhl von Trainer Luhukay wird noch nicht gerüttelt.

Noch immer sehen die Verantwortlichen um Club-Boss Oke Göttlich in ihm einen Glücksgriff, um das mittelfristige Ziel Aufstieg in Angriff zu nehmen. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Seit dem Amtsantritt von Luhukay im April gewann der Kiezclub nur vier von 20 Ligaspielen. Das macht einen Punkteschnitt von 1,05 Zähler pro Partie. Nur vier Trainer waren in der Vereinshistorie schlechter und stand mehr als 17 Spiele an der Seitenlinie.

Diese Marke hat er bereits übertroffen. Bleiben die Ergebnisse in den kommenden Spielen gegen Hannover und spätestens auch bei Jahn Regensburg aus, dürfte die Luft für den Niederländern allerdings dünner werden.

Die Kiezkicker spielen war deutlich besseren Fußball als noch unter Vorgänger Markus Kauczinski, doch die entsprechenden Ergebnisse bleiben aus. Und die zählen eben im Fußball.

Seit Wochen zeigt die Leistungskurve nach unten und auch wenn bis zu 15 Spieler verletzt fehlten, stand wie zuletzt in Aue immer noch eine Mannschaft auf dem Platz, die sich nicht verstecken braucht.

Gegen Hannover sind daher sowohl der Trainer als auch das Team gefordert, den Bock wieder umzustoßen. Getreu dem Motto "the trend is your friend" wird die sonst so besinnliche Vorweihnachtszeit für alle Beteiligten ungemütlich.

Titelfoto: Montage: Axel Heimken/dpa, Daniel Bockwoldt/dpa

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