Wegen Verletzten-Misere: St.-Pauli-Trainer Luhukay degradiert seine Athletik-Coaches

Hamburg - Jetzt also doch! Nach acht sieglosen Liga-Spielen in Folge und dem Absturz auf Platz 15 hängt beim FC St. Pauli der Haussegen schief.

St. Paulis Trainer Jos Luhukay wirkt nachdenklich.
St. Paulis Trainer Jos Luhukay wirkt nachdenklich.  © Armin Weigel/dpa

Wie die SportBild berichtet, soll es zu "atmosphärischen Störungen" zwischen Trainer Jos Luhukay und den Athletik-Trainern Christoph Hainc und Janosch Emonts gekommen sein.

Anscheinend wurde ihnen vom Niederländer untersagt, ohne seine Zustimmung mit den Spielern zu arbeiten, die am Training teilnehmen.

Die Nachricht sollen die Beiden bei einem gemeinsamen Essen vor versammelter Truppe erhalten haben.

Erstes Anzeichen: Co-Trainer André Trulsen leitete vor dem Trainingsbeginn die Übungen auf dem Platz, die zuvor noch von Hainc und Emonts durchgeführt wurden.

Hintergrund ist die hohe Anzahl von verletzten Spielern, die der FC St. Pauli in dieser Saison zu beklagen hat. Teilweise fehlten Trainer Luhukay 15 Akteure für ein Spiel. Damit soll jetzt Schluss sein.

"Es ist wichtig, dass wir unsere Arbeit immer wieder hinterfragen. So haben wir uns dazu entschieden, im Athletikbereich einen Weg zu gehen, der auch in früheren Stationen schon erfolgreich war", erklärte Luhukay der Bild den Schritt.

"Die Spieler setzen in der Trainingsvorbereitung ihre individuellen Pläne um und anschließend ist der Fokus auf reines fußballspezifisches Training gerichtet. Auf dem Platz sollen die Trainingskapazitäten vorrangig für individual- und mannschaftstaktische Inhalte genutzt werden."

Kritische Stimme aus der Mannschaft gegen den Trainer

Vize-Kapitän Jan-Philipp Kalla, hier gegen Aues Florian Krüger im Zweikampf, erhob das Wort gegen seinen Trainer.
Vize-Kapitän Jan-Philipp Kalla, hier gegen Aues Florian Krüger im Zweikampf, erhob das Wort gegen seinen Trainer.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Weiter wollten weder der Niederländer noch der Verein sich zu dem Vorfall äußern. Bei den Spielern sorgte dieses Vorgehen wohl für Irritationen. Zudem wurden erstmals kritische Stimmen an Trainer Luhukay laut.

Jan-Philipp Kalla, Vize-Kapitän der Kiezkicker, erhob laut Abendblatt auf einer Veranstaltung deutliche Zweifel an seiner Arbeit. Die Spieler würden während der Trainingswoche keinerlei Hinweise darauf bekommen, ob sie in der Startelf, geschweige denn im Kader stehen würden.

"Meistens erfahren wir erst am Spieltag, wer im Kader steht und wer nicht", sagte der 33-Jährige, der eigentlich nicht als Lautsprecher bekannt ist.

Aus seiner Sicht sei es frustrierend, wenn man die ganze Woche über gut trainiere, um dann am Spieltag nur auf der Bank oder Tribüne Platz zu nehmen. "Das ist so, als wenn ein Angestellter fünf Tage im Büro seinen Job machen, und am Freitagabend zerreißt der Chef alles", beschrieb Kalla.

Vor dem richtungsweisenden Spiel gegen den SV Wehen-Wiesbaden am Samstag (13 Uhr) scheint es ordentlich Klärungsbedarf beim FC St. Pauli zu geben.

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