FC St. Pauli: Entscheidet Abstiegsgipfel gegen Dynamo Dresden über Schicksal von Trainer Luhukay?

Hamburg - So ungemütlich das Wetter derzeit in Hamburg ist, so ungemütlich ist auch die Situation beim FC St. Pauli. Der Kiezclub belegt den 15. Tabellenplatz mit nur zwei Zählern Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz.

St. Paulis Trainer Jos Luhukay steht unter genauer Beobachtung.
St. Paulis Trainer Jos Luhukay steht unter genauer Beobachtung.  © Christian Charisius/dpa

Wie passend, dass am Freitag (18.30 Uhr) ausgerechnet der Tabellenletzte Dynamo Dresden zu Gast am Millerntor ist.

Mit einem Sieg könnte St. Pauli zumindest den Abstand zu den Sachsen auf acht Zähler anwachsen lassen, bei einer Niederlage rückt Dresden allerdings auf zwei Punkte heran.

Die Luft dürfte in diesem Fall für Trainer Jos Luhukay extrem dünn werden. Denn eines ist klar: Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit war beim Kiezclub selten so groß wie derzeit.

Vom attraktiven Fußball, den der Niederländer bei seinem Amtsantritt im April 2019 versprach, ist nur selten etwas zu sehen.

Viel zu oft bekommen die treuen Anhänger Magerkost zu sehen - vor allem auswärts.

Während die Fans am Millerntor mitreißende Spiele wie gegen Arminia Bielefeld (3:0) oder den VfB Stuttgart (1:1) zu sehen bekommen, herrscht in der Fremde Flaute.

Und dort liegt auch ein Hauptgrund für die sportliche Misere beim FC St. Pauli. Unter der Regie von Luhukay konnte der Kiezclub noch keines seiner 15 Auswärtsspiele gewinnen. Es konnten nur vier magere Zähler erspielt werden.

Vorgänger Kauczinski könnte Luhukay den Job kosten

Markus Kauczinski kehrt als Trainer von Dynamo Dresden an seine Wirkungsstätte zurück.
Markus Kauczinski kehrt als Trainer von Dynamo Dresden an seine Wirkungsstätte zurück.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Praktisch, dass mit Dynamo Dresden ausgerechnet die Mannschaft ans Millerntor reist, die auswärts noch schlechter abgeschnitten hat, als St. Pauli selbst. Auf dem Konto der Sachsen stehen nur drei Zähler. Ein Sieg ist daher nicht nur aufgrund der prekären Tabellensituation fast schon Pflicht.

Ansonsten könnte ausgerechnet Ex-Trainer und Vorgänger Markus Kauczinski, der nun in Dresden an der Seitenlinie steht, dafür sorgen, dass die Zeit seines Nachfolgers am Millerntor endet.

Doch der hat bereits die Zeichen der Zeit erkannt und nur noch ein Ziel für diese Saison ausgegeben. "Wir müssen zusehen, dass St. Pauli in der 2. Liga bleibt", sagte Luhukay bereits nach der dramatischen Niederlage im kleinen Nord-Derby bei Holstein Kiel.

Torwart Robin Himmelmann sah es ähnlich: "Nach oben geht nicht mehr viel, jetzt müssen wir ein Punktepolster nach unten aufbauen. Wenn wir es nicht schaffen, eine Positivserie zu starten, werden wir lange unten drinhängen."

Mut macht in dieser Hinsicht die Hinrunde. Auch dort hatte St. Pauli nach vier Spielen nur vier Zähler geholt und startete eine Serie mit zwölf Punkten aus sechs Partien (mit eingerechnet ist hier der Hinspiel-Erfolg gegen Holstein Kiel) und ohne Niederlage.

Auf solch eine Serie hoffen die Fans und Mannschaft erneut. Ansonsten weht Trainer Jos Luhukay weiterhin, unabhängig vom Wetter, eine steife Brise entgegen.

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