Zwei Rote Karten: Union kann gegen starke Fürther wieder nicht überzeugen!

Berlin/Fürth - Der 1. FC Union Berlin kann anscheinend nicht mehr gewinnen! Bei bestem Frühlingswetter mussten die Eisernen gegen starke Fürther mit einem Punkt die Rückreise antreten. Das 1:1 war dabei für die Gäste am Ende durchaus glücklich.

Umkämpfte Anfangsphase: Fürths David Atanga (l.) und Unions Grischa Prömel (r.) im Duell.
Umkämpfte Anfangsphase: Fürths David Atanga (l.) und Unions Grischa Prömel (r.) im Duell.  © DPA

Urs Fischer tauschte seine Startelf nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Jahn Regensburg auf vier Positionen aus.

Florian Hübner (muskuläre Probleme), Manuel Schmiedebach, Marcel Hartel und Sebastian Andersson (Bank) wurden durch Nicolai Rapp, Robert Zulj, Sebastian Polter und Joshua Mees ersetzt.

Nach zuletzt vier sieglosen Spielen wollten die Gäste von Beginn an zeigen, dass die drei Punkte mit nach Berlin genommen werden sollten.

Ein wenig übermotiviert starteten die Eiserne in die Begegnung. Stürmer Polter grätschte Fürths Maximilian Wittek nach wenigen Sekunden heftig um. Danach war das Spiel etwa drei Minuten unterbrochen, bis die Kleeblätter erstmals überraschend vor dem eisernen Tor auftauchten.

Nach einem langen Einwurf rutschte der Ball zu Julien Green durch, der wuchtig abzog und Torhüter Rafal Gikiewicz direkt im Gesicht traf (5. Spielminute). Wieder Spielunterbrechung! Gikiewicz konnte nach kurzer Behandlungspause aber weiter machen.

Nach dem turbulenten Start verflachte die Partie ein wenig. Bei bestem Frühlingswetter war es dann Fürths David Atanga, der mit einem feinen Schuss aus der Drehung am Strafraum der Gäste für den nächsten Höhepunkt sorgte (12.).

Union fand in den ersten 25 Spielminuten offensiv gar nicht statt. Greuther Fürth kontrollierte die Partie und konnte mit einem Schuss von Fabian Reese für den nächsten Torabschluss sorgen, der aber unplatziert in Gikiewiczs Armen landete.

Nach dem Fürther Schüsschen hatte Union seine erste gefährliche Aktion Richtung gegnerisches Tor. Felix Kroos verzog aber relativ frei im Strafraum der Hausherren per Direktabnahme. Trotz der geringen Gefahr dieses Abschlusses wurden die Eisernen anschließend stärker.

Fürths Zehner ,Daniel Keita-Ruel, sieht nach seiner Tätlichkeit die rote Karte.
Fürths Zehner ,Daniel Keita-Ruel, sieht nach seiner Tätlichkeit die rote Karte.  © DPA

Belohnt wurde die offensivere Phase der Gäste mit dem ersten Tor der Partie (35.).

Fürths Marco Caligiuri wurde an der linken Außenbahn unter Druck gesetzt, scheiterte anschließend beim Versuch den langsamen Ball ins Aus abzuschirmen und klärte das Leder zu kurz. Unions Zulj nahm die Pille an, dribbelte in den Sechszehner, tauchte plötzlich frei vor Burchert auf.

Der Abpraller landete per Bogenlampe bei Fürths Jaeckel, der von Zulj bedrängt wurde und unfreiwillig für den frei stehenden Mees vorbereitete, der die Kugel im Tor mit dem Kopf versenkte.

Nach dem ersten Tor überschlugen sich die Ereignisse. Als Fürth zu einem gefährlichen Konter ansetzte, grätschte Kroos im Mittelfeld dazwischen und senste Atanga um.

Sofort stürmt Daniel Keita-Ruel auf den Union-Profi zu und stößt ihn mit beiden Armen um. Vor der Fürther Trainerbank entwickelte sich eine wilde Rudelbildung, bei der Keita-Ruel von Schiedsrichter Dr. Martin Thomsen mit der Roten Karte bestraft wurde (38.).

Zur Halbzeit beruhigte sich die Partie, in der Fürth besser anfing und sich mit dem Abwehrfehler, plus der Roten Karte ins eigene Fleisch schnitt. Union hingegen musste für die Führung nicht viel machen und durfte mit Kenny Prince Redondo einen alten Bekannten begrüßen. Der Neu-Fürther kam für Atanga ins Spiel.

Joushua Mees traf zum 1:0 für die Gäste.
Joushua Mees traf zum 1:0 für die Gäste.

Nach Wiederanpfiff bestätigte sich der Eindruck der ersten Hälfte. Wenig Gefahr in der Offensive, massive Defensivreihen und jede Menge Mittelfeldgeplänkel.

Trotz der Roten Karte versteckten sich die Hausherren keineswegs. Nach einer ungefährlichen Ecke klärt Union ins Zentrum, wo Maximilian Sauer lauerte und per Dropkick aufs Tor schoss. Gikiewicz wackelte kurz, hatte die Pille dann allerdings sicher unter sich begraben (56.).

Dann kam es, wie es kommen musste. In Unterzahl erzielte ausgerechnet Caligiuri den hochverdienten Ausgleich. Der Fürther Kapitän machte seinen Fehler vor dem Rückstand wieder gut und versenkte das Spielgerät nach Green-Ecke per Kopf im Tor (68.).

Danach folgten Déjà-vu-Szenen. Wieder kurz nach einem Torerfolg flog erneut ein Spieler vom Platz. Diesmal traf es ausgerechnet Ex-Fürther/Neu-Unioner Rapp, der nach hartem Einsteigen die Rote Karte sah (70.).

Zum Ende der Partie sorgten noch zwei gefährlichere Aktionen der Hausherren für kurze Schnappatmung im vollen Auswärtsblock. Letztlich pfiff der gute Schiri Hofmann nach dreiminütiger Nachspielzeit ab und sorgte für Unions drittes Unentschieden in Folge.

Der Auftritt der Gäste wirkte mutlos, gehemmt und wenig kreativ. Aufgrund der starken zweiten Hälfte der Fürther kann sich der FCU über den Punktgewinn durchaus freuen. Dennoch mussten die Berliner den Relegationsplatz an den SC Paderborn abgeben, der bei Holstein Kiel mit 2:1 gewann.

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