Taz, Maloney, Zejnullahu ohne Chance: Unions eiserne Talente verrosten!

Berlin - Als der 1. FC Union Berlin die Vertragsverlängerung von Berkan Taz vermeldete, sorgte die Meldung beim eisernen Anhang für große Begeisterung. Gleichzeitig fragen sich einige Fans, wann die Köpenicker endlich wieder einen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs hervorbringen.

Berkan Taz wechselte 2016 von Hertha 03 Zehlendorf zum 1. FC Union Berlin.
Berkan Taz wechselte 2016 von Hertha 03 Zehlendorf zum 1. FC Union Berlin.  © DPA

Mit Berkan Taz, Lennard Maloney, Eroll Zejnullahu und Lennart Moser stehen "nur" vier Spieler aus der eigenen Jugend im Profikader des 1. FC Union Berlin.

Die Youngsters spielen in dieser Saison keinerlei Rolle unter Trainer Urs Fischer. Lediglich Berkan Taz (20) konnte in handgestoppten zwölf Minuten sein Können zeigen. Für Unions Fans deutlich zu wenig.

Gerade Taz, der seinen Vertrag erst kürzlich bis 2021 verlängerte, bekommt zu wenig Spielzeit, resümiert die Anhängerschaft in den Sozialen Medien.

"Dann soll er aber auch endlich mal spielen, verdammt!! Der Junge is klasse!" fordert ein Facebook-Nutzer unter der Vertragsverlängerungs-Meldung.

Die individuellen Qualitäten des gebürtigen Berliners können erfrischende Komponenten im derzeit eher unkreativen Spiel der Eisernen bringen.

Der beidfüßige Offensiv-Allrounder sticht durch ballsichere Dribblings heraus und kann mit seiner exzellenten Schusstechnik für jede Menge Torgefahr sorgen. Taz's großes Defizit ist die fehlende körperliche Robustheit im defensiven Zweikampfverhalten, die ihm im harten Zweitliga-Alltag aber unabdingbar ist.

Der 20-Jährige gehört zwar seit Sommer 2017 zum Profikader, durfte jedoch nur einmal Zweitliga-Luft schnuppern. (20. Spieltag, 2:3 Niederlage beim FC St. Pauli)

"Berkan Taz hat in den letzten eineinhalb Jahren erhebliche Fortschritte als Spieler gemacht", bewertet Geschäftsführer Oliver Ruhnert. "Wir sind mit seinem Werdegang sehr zufrieden und freuen uns, dass er sein Talent und seine Leistungsbereitschaft auch in Zukunft für Union einsetzen wird."

Erol Zejnullahu (l.), Lennard Maloney (m.) und Lennart Moser (r.) konnten in dieser Saison noch keinen Einsatz verbuchen.
Erol Zejnullahu (l.), Lennard Maloney (m.) und Lennart Moser (r.) konnten in dieser Saison noch keinen Einsatz verbuchen.  © DPA

Apropos Union und Jugend. In der Tat droht der eiserne Nachwuchs einzurosten. Wann lässt Trainer Urs Fischer die jungen Wilden los?

Abwehr-Talent Lennard Maloney (19) verlängerte ebenfalls kürzlich seinen Vertrag bis 2021, obwohl der 19-jährige in dieser Saison keinen Einsatz verzeichnen konnte.

Auch Erol Zejnullahu (24) spielt seit längerem keine Rolle. Der Mittelfeldspieler trat einst das schwere Erbe von Union-Legende Torsten Mattuschka an, wurde in der letzten Saison an den SV Sandhausen verliehen, sammelte zunächst massig Spielzeit, um nach einem ersten Leistungsloch fast keine Einsatzzeit zu mehr zu bekommen.

Mit 13 Zweitliga-Partien im Gepäck ging seine Reise zurück nach Berlin, um endlich den Durchbruch zu schaffen.

Zejnullahu durchlebt derzeit das komplette Gegenteil. Lediglich einmal stand der gebürtige Berliner im Kader - ohne Einsatz.

Torwart Lennart Moser (19) stand bereits viermal im Kader, kam aber auch nicht zum Einsatz. Da Union zum Sommer 2015 seine U23-Mannschaft aus der Regionalliga-Nordost abmeldete, besteht für die eisernen Talente auch keinerlei Möglichkeit Spielpraxis abseits des Zweitliga-Fußballs zu sammeln.

Wie der Club damals mitteilte, sollten Talente aus der U19 künftig direkt an das Profi-Team herangeführt werden. Bisher mit geringem Erfolg. Beim letzten Jung-Unioner, der den Sprung ins Stammpersonal des Profi-Teams schaffte, handelt es sich um Steven Skrzybzki (26), der für den FC Schalke 04 diese Saison schon in der Champions League spielte.

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