Muss Unions Abwehrchef Friedrich im Sommer zurück nach Augsburg?

Berlin - Nach gut einem Jahr bei den Eisernen ist Marvin Friedrich kaum noch von Union wegzudenken. Der Innenverteidiger ist an der erfolgreichen Hinrunde maßgeblich beteiligt und bildet die personifizierte "Berliner Mauer".

Two and a half Neuzugänge: Während Rafal Gikiewicz (r.) und Florian Hübner (m.) im Sommer zu Union wechselten, war Marvin Friedrich (l.) schon ein halbes Jahr in Berlin.
Two and a half Neuzugänge: Während Rafal Gikiewicz (r.) und Florian Hübner (m.) im Sommer zu Union wechselten, war Marvin Friedrich (l.) schon ein halbes Jahr in Berlin.  © DPA

Unter Marvin Friedrich (23) fungierend als Abwehrchef reifte die Union-Defensive zur erfolgreichsten der laufenden Saison.

Auch als Person reifte der gebürtige Kasseler. Mit seinen jungen 23 Jahren gehört er zum Mannschaftsrat und ist sogar stellvertretender Kapitän.

Bei seinem letzten Verein konnte er sein Führungsspieler-Potenzial nicht zeigen. Um Spielpraxis zu sammeln, zog er vom Bundesligisten FC Augsburg in die zweite Liga.

In Köpenick unterschrieb der frühere U20-Nationalspieler einen Vertrag bis 2021 und entwickelte sich zum unverzichtbaren Leistungsträger.

Gleichbedeutend zog er auch die Blicke der Bundesliga-Scouts auf sich. "Natürlich hat er sich mit seinen Leistungen interessant gemacht", erklärte Trainer Urs Fischer (52) der "BZ".

Der FCA handelte bei seinem Verkauf zukunftsorientiert, verankerte beim Verkauf eine Rückkaufs-Option und sicherte sich so die Pole-Position für eine mögliche Verpflichtung.

Nach Informationen der "BZ" können die Fuggerstädter Friedrich für eine festgelegte Ablöse zurückholen. Welche Vor- und Nachteile hätte ein Wechsel oder welche Dinge kann Union einbringen, um den gefragten Innenverteidiger zu einem Verbleib zubringen?

Für FC Schalke 04 bestritt Marvin Friedrich (l.) schon neun Bundesliga-Spiele. Unter anderem kickte er mit dem heutigen Premier-League-Star Leroy (r.) Sane zusammen.
Für FC Schalke 04 bestritt Marvin Friedrich (l.) schon neun Bundesliga-Spiele. Unter anderem kickte er mit dem heutigen Premier-League-Star Leroy (r.) Sane zusammen.  © DPA

Ein Abschied von Friedrich würde bei den Köpenickern ein Riesenloch entstehen lassen. Der stellvertretende Kapitän reifte zum Führungsspieler und ist in Urs Fischers Zukunfts-Planungen fester Bestandteil.

Er könnte eine der Stützen des Vereins werden, der wie bekannt in die Bundesliga aufsteigen und sich dann etablieren will.

Ein Wechsel zum FCA würde eine neue persönliche Situation entstehen lassen. In Augsburg müsste er sich einen Stammplatz erarbeiten, den er bei Union quasi sicher hat.

Für den Wechsel würde die eigene Persönlichkeitsentwicklung sprechen. Raus aus der Komfortzone Union, zurück ins harte Bundesliga-Geschäft bei Augsburg.

Nach langer Augsburger Leidenszeit, gebeutelt von Verletzungen, könnte er sein Durchsetzungsvermögen endlich beweisen und durchstarten. Schafft er den Sprung ins Stammpersonal, ist der Schritt zu höhere Aufgaben nicht weit. Für Augsburg spricht auch die momentane Liga-Zugehörigkeit. In dieser Thematik kann Union möglicherweise im Sommer gleichziehen.

Bei Union bleibt man in der Personalie Friedrich gelassen. "Ich habe es lieber, wenn Spieler im Schaufenster stehen, das heißt, dass sie Leistung gebracht haben", erklärte Urs Fischer der "BZ".

Noch ist der Innenverteidiger bei den Eisernen und für die passende Nachfolge wurde, im Fall der Fälle, auch gesorgt. Kürzlich wechselte Nicolas Rapp aus Aue zu Union.

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