Paukenschlag: Viktoria Berlin meldet Insolvenz an!

Berlin - Ein Traditionsverein am Abgrund! Der FC Viktoria 89 Berlin hat Insolvenz angemeldet! Das gab der Verein am Donnerstagabend auf der vereinseigenen Homepage bekannt und bestätigte damit kursierende Gerüchte.

Stürmer Petar Sliskovic traf für den FC Viktoria 89 Berlin bereits neun Mal in dieser Spielzeit.
Stürmer Petar Sliskovic traf für den FC Viktoria 89 Berlin bereits neun Mal in dieser Spielzeit.

"Inwieweit der Spielbetrieb dann in der Herren-Regionalliga Nordost fortgeführt wird, kann heute natürlich noch nicht beantwortet werden", heißt es dort.

Die Begründung für dieses Erdbeben im Berliner Fußball bestätigt viele Menschen, die den Einstieg eines chinesischen Großinvestors kritisch sahen.

Die Advantage Sports Union Ltd. (ASU) aus Hongkong soll "seine Verpflichtungen ohne Nennung von triftigen Gründen" nicht eingehalten haben.

Doch das soll noch nicht alles sein. So heißt es weiter: "Vereinbarte Zahlungen" seien "nicht geleistet" worden "und auch zukünftige Zahlungen" lehne die ASU ab.

Für die Verantwortlichen beim Deutschen Meister von 1908 und 1911 kam das anscheinend aus dem Nichts: "Dies alles kam für uns umso überraschender, da sowohl alle notwendigen Schritte und Maßnahmen zur Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft abgeschlossen waren und sich auch der sportliche Erfolg eingestellt hat."

Deshalb wurde am Donnerstag beim Amtsgericht Charlottenburg der Insolvenzantrag eingereicht.

Der FC Viktoria 89 Berlin musste am Donnerstag Insolvenz anmelden. Ob und wie es mit der Regionalliga-Nordost-Mannschaft weitergeht, steht noch nicht fest.
Der FC Viktoria 89 Berlin musste am Donnerstag Insolvenz anmelden. Ob und wie es mit der Regionalliga-Nordost-Mannschaft weitergeht, steht noch nicht fest.  © DPA

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Prof. Dr. Torsten Martini bestellt. "Seine Kanzlei zählt bundesweit zu den großen Playern im Restrukturierungsbereich", heißt es in Viktorias Mitteilung.

Mit der Bestellung von Martini sei der Verein auch "wieder handlungsfähig" und der Spielbetrieb aller 70 Mannschaften werde wie bisher weitergeführt.

Vikis Vorstand gibt an, "in den letzten Tagen alles versucht" zu haben, um "diesen Schritt zu vermeiden."

Doch die ASU habe abgelehnt und neue Sponsoren wurden auf die Schnelle nicht gefunden. Nun wolle man den Verein wieder in ruhigeres Fahrwasser bringen.

Für die Mannschaft und das Trainerteam ist das zu diesem Zeitpunkt besonders bitter.

Denn nach einem durchwachsenen Saisonstart und einem spät zusammengestellten Kader überzeugten die Südberliner in den vergangenen Wochen mit starken Leistungen. Unter anderem war man die erste Mannschaft, die Spitzenreiter Chemnitzer FC bezwingen konnte - 1:0 gewann das Team von Trainer Jörg Goslar beim CFC. Auch der Tabellenzweite, der Berliner Athletik Klub 07, wurde mit 2:0 besiegt.

Kein Wunder, hat Goslar doch eine namhafte Mannschaft zusammenstellen dürfen. Kicker wie Jürgen Gjasula (191 Zweitliga-Spiele) oder Ex-Dynamo-Dresden-Stürmer Petar Sliskovic (15 Bundesliga-Spiele für den 1. FSV Mainz 05) sind für die Regionalliga eigentlich zu gut. Wie es nun mit ihnen und allen anderen weitergeht, ist völlig offen.

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