Nach Siegtor für Aue! Passgeber Kempe küsst das schmerzende Knie von Schütze Hochscheidt

Aue - Jan Hochscheidt! In der Vorwoche hätte er in Dresden die "Veilchen" im Alleingang zum Sieg schießen müssen. Jetzt hat er es gemacht.

Kommt her und feiert mich! Torschütze Jan Hochscheidt breitet nach seinem Traumtor die Arme ganz weit aus.
Kommt her und feiert mich! Torschütze Jan Hochscheidt breitet nach seinem Traumtor die Arme ganz weit aus.  © DPA

Mit links aus 18 Metern erzielte der 31-Jährige nach 66 Minuten das einzige Tor des Tages. Mit 1:0 (0:0) gewann der FC Erzgebirge vor 8050 Zuschauern gegen Arminia Bielefeld, überholte den Gegner, ist mit 14 Punkten an Dynamo dran und steht erst einmal im sicheren Mittelfeld.

Aber was war das für ein Tor in einem lange Zeit äußerst zähen Kaugummi-Spiel! Schiedsrichter Sven Waschitzki hätte den Treffer in einer unübersichtlichen Situation fast nicht gegeben.

Linienrichter Markus Wollenweber hob die Fahne und zeigte den Treffer an. Dennis Kempe hatte mit einem weiten Ball Hochscheidt bedient, der zog sofort ab. Der Ball klatschte an die Unterkante der Latte, sprang von da auf die hintere Torstange und durch den Effett zurück ins Feld. "Von unserer Seite aus war das gar nicht zu sehen, ob der drin war", war Aues Co-Trainer Robin Lenk ehrlich. Aber er war drin. "Zum Glück", strahlte Hochscheidt.

"Endlich hat es mal eingeschlagen. Aber im Grunde ist es egal, wer trifft, Hauptsache es macht einer", war der Torschütze glücklich.

Der Kniefall von Aue! Dennis Kempe tätschelt fast zärtlich das lädierte Knie von Goldtorschütze Jan Hochscheidt.
Der Kniefall von Aue! Dennis Kempe tätschelt fast zärtlich das lädierte Knie von Goldtorschütze Jan Hochscheidt.  © Picture Point

Trainer Daniel Meyer musste nach der Partie lachen. Gegen Dynamo war seine Nummer 7 nach so vielen Chancen kaum zu trösten. "Das war Karma", scherzte der Coach. "Er hat mich vor Dresden im Training zweimal getunnelt, das konnte nicht klappen. Jetzt passierte das nicht und schon rappelt es."

Warum der Trainer nicht getunnelt werden konnte, hatte seinen Grund: "Ich habe kaum trainiert, habe mich gleich zu Beginn der Woche im Training am Knie verletzt. Früh vorm Spiel habe ich noch einen Belastungstest gemacht, danach habe ich grünes Licht gegeben. Die Mannschaft hat mitgefiebert", so Hochscheidt. Und wie! Das zeigte Kempe. Er küsste nach dem Tor das schmerzende Knie des Siegschützen. "Ja, das war eine super Geste. Alle waren froh, dass das Knie gehalten hat", so Hochscheidt.

Nicht nur er selbst, sondern das ganze Team hat kämpferisch alles rausgehauen, klug verteidigt, aber spielerisch lief es lange nicht rund. Was auch an Bielefeld lag.

"Das ist immer ein ganz spezieller Gegner. Eckig, kantig, körperlich robust und äußerst laufstark. Das ist richtig schwer, gegen die Arminia zu spielen", erklärte Hochscheidt. Aber es hat dank ihm ja gereicht.

Tanzende "Veilchen": Nach der Partie wurde bei den Auern kräftig abgefeiert.
Tanzende "Veilchen": Nach der Partie wurde bei den Auern kräftig abgefeiert.  © Picture Point
Da zieht er ab! Jan Hochscheidt (r.) haut den Ball mit links volley und vorm Bielefelder Stephan Salger zum 1:0 in die Maschen.
Da zieht er ab! Jan Hochscheidt (r.) haut den Ball mit links volley und vorm Bielefelder Stephan Salger zum 1:0 in die Maschen.  © DPA

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