Aue: Mit Warnwesten und Sturzhelm zum "Hammer-Auswärtsspiel!"

Aue - Es ist wahrscheinlich das einfachste Auswärtsspiel der Saison. Wenn der FC Erzgebirge am Samstagnachmittag beim VfB Stuttgart antritt, sind die Rollen eindeutig verteilt. "Klarer Favorit trifft auf krassen Außenseiter", moderiert FCE-Coach Dirk Schuster die Begegnung an.

Hoffentlich können Chefcoach Dirk Schuster (r.) und Assistenztrainer Marc Hensel ihrer Mannschaft auch am Samstag nach dem Spiel beim VfB Stuttgart Beifall spenden ...
Hoffentlich können Chefcoach Dirk Schuster (r.) und Assistenztrainer Marc Hensel ihrer Mannschaft auch am Samstag nach dem Spiel beim VfB Stuttgart Beifall spenden ...  © picture point/Sven Sonntag

Für ihn ist es ein "riesig schweres, ein Hammer-Auswärtsspiel." Das birgt Vorteile. "Keiner rechnet damit, dass wir hoch gewinnen. Wir haben Warnwesten und Sturzhelme dabei", übt sich Schuster vorab in Galgenhumor.

In Wiesbaden (0:1) waren die Vorzeichen umgekehrt, jetzt sind sie derart deutlich, dass daraus zugleich eine Chance entspringt.

"Stuttgart ist Aufstiegskandidat Nummer eins und trifft auf eine Mannschaft, die in der Vergangenheit oft bis zum letzten Spieltag bangen musste", so Schuster: "Von der individuellen Qualität her stehen dort elf Erstliga-Spieler auf dem Platz. Unser Ziel ist es aber, den VfB so lang wie möglich zu ärgern. Am Ende des Tages würden wir gern etwas Zählbares mitnehmen."

Je länger hinten die Null hält, desto besser stehen die Chancen, fangen sie in der Mercedes-Benz Arena an zu raunen. Was es dazu braucht? "Defensive Stabilität sowie Zweikampfhärte, die langen Wege nach hinten zu gehen und wie gegen Bielefeld eine gute Raumaufteilung auf den Rasen zu bringen", zählt Schuster auf. "Dazu müssen wir vorne bessere Lösungen anbieten."

Freude bei den Auern nach dem 0:0 gegen den VfB Stuttgart im Hinspiel am 23. August 2019.
Freude bei den Auern nach dem 0:0 gegen den VfB Stuttgart im Hinspiel am 23. August 2019.  © picture point/Sven Sonntag

Es entspricht nahezu dem taktischen Konzept, das sein Assistenztrainer Marc Hensel Ende August als Interimscoach wählte, um den Aufstiegsaspiranten mürbe zu klopfen, zu entnerven und sich letztlich ein 0:0 zu ermauern.

"Marc hat damals die richtigen taktischen Kniffe angewandt und schön den Betonmischer an den Spielfeldrand gestellt", frotzelt Schuster.

Hensel ließ in der Grundordnung mit Fünferkette agieren, was bei Bedarf zur Sieben-Mann-Verteidigung aufgewertet wurde. "In meinen Augen war das gegen diese spielstarke Mannschaft absolut richtig", bestätigt Aues Cheftrainer.

Stellt er sich nun selbst an den Betonmischer oder schwingt er lieber die Maurerkelle? "Wir wollen uns nicht nur destruktiv einigeln, sondern auch Nadelstiche setzen", betont Schuster.

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