Wydra, Nazarov und Köpke schießen stark aufspielende Auer zum ersten Dreier

Edgar Salli im Zweikampf mit Calogero Rizzuto (Aue).
Edgar Salli im Zweikampf mit Calogero Rizzuto (Aue).  © Picture Point

Aue - Eine klare Spielidee, eine kompakte Defensive und in den zweiten 45 Minuten ein Sturmlauf der Extraklasse! Der FC Erzgebirge hat den 1. FC Nürnberg vor 9000 Zuschauern förmlich überrannt. Aue gewann auch in dieser Höhe verdient mit 3:1 (0:0), feierte nicht nur seinen ersten Saisonsieg, sondern beendete damit auch den Club-Fluch, denn zuvor war noch nie ein Dreier gegen den 1. FCN gelungen.

Robin Lenk ließ seine Braunschweig-Elf wieder ran und lag damit genau richtig. Sie bot erneut eine sehr konzentrierte Leistung, vergaß aber zunächst die Glanzpunkte zu setzen.

Den Begriff der kontrollierten Offensive erfand einst Otto Rehhagel, beide Trainer hielten sich bei hochsommerlichen Temperaturen daran.

Die Teams boten keinen Hochgeschwindigkeits-Fußball, setzten auf eine stabile Defensive und bauten so ihre Angriffe auf. Dabei war in keiner Sekunde zu sehen, wer oben und wer unten in der Tabelle steht.

Wenn es in die Strafräume ging, war Pfeffer drin, beide hatten Tore auf dem Fuß. Bei Nürnberg scheiterte zweimal Cedric Teuchert (16./19.) am glänzend reagierenden Martin Männel. Sein Gegenüber Thorsten Kirschbaum stand in nichts nach. Wie er die Dropkick-Abnahme von Sören Bertram (7.) aus 15 Metern parierte, das war sehenswert. Ähnlich stark hielt er gegen Dimitrij Nazarov (34.), als der nach einer abgewehrten Ecke aus zehn Metern abzog.

Dominik Wydra (25, Aue) erzielt den Treffer zum 1:0 und jubelt.
Dominik Wydra (25, Aue) erzielt den Treffer zum 1:0 und jubelt.

Die größte Möglichkeit hatte allerdings Pascal Köpke (41.): Nach einer Rizzuto-Flanke schraubte er sich hoch, brachte aber frei aus sechs Metern keinen Druck mehr hinters Leder.

Was der FCE in der zweiten Hälfte spielte, das war mit das Beste seit einer halben Ewigkeit. Einfach zum Zunge schnalzen. Er ruckte an, gab Gas und drängte Nürnberg weit zurück.

Nach guten Möglichkeiten von Nazarov (46.), Bertram (47.) und Philipp Riese (54.) war es nach genau einer Stunde soweit: Es war fast eine Kopie des Braunschweig-Tores. Wieder zog Christian Tiffert eine Ecke raus aus dem Strafraum, Tim Leipold konnte nur mit den Haarspitzen klären, Dominik Wydra angelte sich die Kugel und zog aus dem Stand ab, leicht abgefälscht von Georg Margreitter zischte sie ins Angel - Prädikat sehenswert. Und fast hätte Bertram 30 Sekunden später nachgelegt.

Nach Pass von Köpke war er durch, scheiterte aber an Kirschbaum.

Jetzt musste der Club kommen, der kam auch und das ergab Räume für Konter - und da spielten die „Veilchen“ einen perfekten: Clemens Fandrich angelte sich das Leder von Patrick Kammerbauer und bediente Köpke, der schickte Nazarov steil. Der behielt die Nerven - 2:0 (73.). Und weil das so viel Spaß machte, legte Aue nach.

Der eben eingewechselte Mario Kvesic spielte einen Freistoß kurz auf Tiffert, der löffelte den Ball butterweich auf den Kopf von Köpke - 3:0 (78.). Der Rest war Ekstase auf dem Rasen und auf den Rängen, auch wenn die Franken durch Kevin Möhwald (87.) noch verkürzten.


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