FC St. Pauli: Vergeigt dürftige Heimspiel-Bilanz den Aufstieg?

Hamburg - Der FC St. Pauli hat gegen den 1. FC Heidenheim Mentalitätsstärke bewiesen und trotz Rückstand einen Punkt geholt. Insgesamt aber genügen die Ergebnisse im Millerntor-Stadion nicht den Ansprüchen eines Aufstiegs-Anwärters.

 Mats Möller Daehli (von links nach recht), Henk Veerman, Daniel Buballa und Sami Allagui haben zwar stark gespielt, aber nur ein Unentschieden gegen Heidenheim erreicht.
Mats Möller Daehli (von links nach recht), Henk Veerman, Daniel Buballa und Sami Allagui haben zwar stark gespielt, aber nur ein Unentschieden gegen Heidenheim erreicht.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Der erhoffte Sieg gegen den 1. FC Heidenheim blieb aus. Und doch lobte Marvin Knoll seinen FC St. Pauli nach dem 1:1.

"Es ist die tolle Moral dieser Mannschaft, dass wir nach dem 0:1 weiter an uns glauben. Wir kämpfen immer bis zum Ende und holen uns die Punkte zurück", sagte der Mittelfeldspieler am Samstag.

Ähnlich sah es Trainer Markus Kauczinski. "Dass wir nach der Halbzeit zurücklagen und wiederkamen, ist eine große Qualität dieser Mannschaft", meinte er.

Seine Spieler haben sich zu echten Mentalitäts-Künstlern entwickelt. Bereits vier Mal gelang es der Mannschaft in dieser Saison, nach einem Rückstand noch Punkte mitzunehmen. Drei dieser Spiele führten sogar noch zu einem Sieg.

In der Partie gegen Heidenheim reichte es immerhin für ein Unentschieden. Alleine aus den letzten beiden Spielen gegen Arminia Bielefeld und Heidenheim wurde trotz jeweiligen Rückstands noch vier Punkte geholt.

Niemand siegt am Millerntor? Das war einmal

Immer ausverkauft, immer tolle Atmosphäre, doch im Millerntor-Stadion fährt der FC St. Pauli nicht nur Siege ein (Archivbild).
Immer ausverkauft, immer tolle Atmosphäre, doch im Millerntor-Stadion fährt der FC St. Pauli nicht nur Siege ein (Archivbild).  © dpa/Daniel Bockwoldt

Am Samstag war es Henk Veerman (62.), dem gegen die starken Gäste der Ausgleich gelang. "Mental stimmt bei uns alles", sagte Knoll. "Wir kämpfen, wir ackern, wir müssen uns nur häufiger belohnen."

Genau das gelingt allerdings in den Heimspielen zu selten. Während der FC St. Pauli zu den auswärtsstärksten Mannschaften der Liga zählt und 13 Punkte aus sieben Spielen in der Fremde holte, sind die Hamburger vor heimischem Publikum lediglich Zweitliga-Durchschnitt. Die Zwischenbilanz am Millerntor: drei Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen.

"Ich gewinne lieber zu Hause als auswärts", sagte Sportchef Uwe Stöver mit einem Bedauern. Völlig neu ist das Heim-Problem nicht: In den vergangenen beiden Spielzeiten landete St. Pauli in der Heimtabelle jeweils nur auf Platz 14.

Drohen die Hamburger, aufgrund fehlender Erfolge im eigenen Stadion letztendlich den Anschluss im Aufstiegskampf zu verpassen?

Der Abstand zum Tabellenführer und Stadtrivalen Hamburger SV beträgt nach dem 13. Spieltag nun vier Zähler. Am Sonntag verdrängte der nun punktgleiche 1. FC Union Berlin durch das 4:0 gegen SpVgg Greuther Fürth den FC St. Pauli noch vom dritten auf den vierten Platz.

Knoll bleibt optimistisch: "Wer weiß, wozu dieser eine Punkt gut ist. Vielleicht reicht der am Ende sogar dazu, dass wir auf Platz drei landen. Man darf ja träumen."

Trainer Kauczinski sieht die Mannschaft insgesamt jedenfalls auf einem guten Weg: "Wir haben uns fußballerisch weiterentwickelt. Wir entwickeln aus dem Ballbesitz heraus immer mehr Torchancen."

Nach der Länderspielpause geht es im Auswärtsspiel gegen den SSV Jahn Regensburg darum, diese Chancen auch zu nutzen. In der Fremde fühlen sich die Kiezkicker dem Anschein nach derzeit ohnehin am wohlsten.

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt

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