FDP nach Anschlag auf Gasthof: "So werden der AfD weitere Wähler in die Arme getrieben"

Leipzig - Friedrich Vosberg (50), Kreisvorsitzender und Direktkandidat der Leipziger FDP, verurteilt den Anschlag auf das Hotel "Zur Ratte" in Leipzig-Hartmannsdorf aufs Schärfste.

Der gesamte Gaststättenbereich des Hotels "Zur Ratte" wurde mit Bitumen verschmutzt. FDP-Chef Friedrich Vosberg (50) verurteilt den Anschlag.
Der gesamte Gaststättenbereich des Hotels "Zur Ratte" wurde mit Bitumen verschmutzt. FDP-Chef Friedrich Vosberg (50) verurteilt den Anschlag.  © FDP, privat

In der Nacht zum Freitag haben Linke Flüssigbitumen in den Räumlichkeiten verteilt (TAG24 berichtete). In der "Ratte" sollte am Wochenende der Kreisparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) stattfinden - dieser wurde abgesagt.

"Der Anschlag ist ein kleiner kämpferischer Beitrag für ein aktives Gedenken an die Verbrechen des Faschismus", ist im Bekennerschreiben auf der linken Plattform "Indymedia" zu lesen.

In dem Schreiben wurde unter anderem auch der Leipziger AfD-Pressesprecher und Stadtrat Christian Kriegel persönlich angegriffen. "Als Rassist lasse ich mich nicht bezeichnen", sagte er TAG24. "Seit Jahren wird nichts gegen Linksextremismus in Leipzig getan", so Kriegel, der besonders Oberbürgermeister Burkhard Jung (60, SPD) in der Pflicht sieht.

Nun reagiert auch der Leipziger FDP-Chef Friedrich Vosberg auf den Anschlag. Am Montag teilte er via Pressemitteilung mit: "Vor genau 80 Jahren wurden die Schaufenster jüdischer Geschäfte eingeschlagen, danach brannten die Synagogen, jetzt waren es die Scheiben eines Gasthofs und Teerfarbe, um den Mitgliedern einer politisch missliebigen Partei zu signalisieren: 'Verschwindet'."

Weiter heißt es: "Letztlich ist es egal, in welchem politischen Lager die Täter stehen. Entscheidend und erschreckend ist, dass die politische Auseinandersetzung mit roher Gewalt geführt wird. [...] Umso wichtiger ist es, den Extremisten an den politischen Rändern ein klares Gegengewicht in der politischen Mitte entgegenzusetzen, das für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit sowie friedlichen politischen Diskurs steht."

Durch Aktionen wie diese, so die Mutmaßung des Freidemokraten, werden der AfD vermutlich noch weitere verunsicherte Wähler in die Arme getrieben.

Sämtliche Scheiben des Lokals wurden beschädigt.
Sämtliche Scheiben des Lokals wurden beschädigt.

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