Das ist Leipzigs neue bunte Fraktion im Stadtrat

Die neuen Mitglieder der Freibeuter-Fraktion (v. l. n. r.): Naomi-Pia Witte, Rene Hobusch, Ute Elisabeth Gabelmann und Sven Morlok.
Die neuen Mitglieder der Freibeuter-Fraktion (v. l. n. r.): Naomi-Pia Witte, Rene Hobusch, Ute Elisabeth Gabelmann und Sven Morlok.  © David Hagenbäumer

Leipzig - Leipzig hat eine neue Stadtratsfraktion. Zusammengeschlossen haben sich zwei FDP-Politiker, eine Piratin und ein früheres Mitglied der Linken.

Am Mittwoch präsentierte sich die neue Fraktion mit dem Namen "Freibeuter" der Öffentlichkeit. Der Schritt kommt überraschend, denn die vier Mitglieder könnten unterschiedlicher nicht sein.

Aus den Reihen der FDP kommen die beiden Stadträte René Hobusch und Sven Morlok, ehemaliger sächsischer Wirtschaftsminister. Beide waren bislang fraktionslos, da die FDP bei den Kommunalwahlen 2014 zu wenige Sitze gewann.

Nun geht es für die beiden Stadträte unter dem Banner der "Freibeuter" weiter. Für dieses Projekt konnten sie Ute Elisabeth Gabelmann und Naomi-Pia Witte gewinnen.

Elisabeth Gabelmann wurde 2014 als einziges Mitglied der Piratenpartei in den Stadtrat gewählt. Sie schloss sich der SPD-Fraktion an, die sie nun wieder verlassen hat.

Die bunt zusammengewürfelte Fraktion will "frischen Wind in die muffigen Hallen bringen".
Die bunt zusammengewürfelte Fraktion will "frischen Wind in die muffigen Hallen bringen".  © David Hagenbäumer

Im Streit gingen Gabelmann und die SPD-Fraktion aber nicht auseinander, wie sie selbst betonte. Vielmehr wollte die Stadträtin nicht mehr nur eines von 14 Mitgliedern einer Fraktion sein, sondern die schlankeren Strukturen der "Freibeuter" nutzen, um ihr Lieblingsthema bearbeiten zu können: die Stadtentwicklungspolitik.

Etwas anders sieht die Sache bei Naomi-Pia Witte aus. Die frühere sozialpolitische Sprecherin der Linken macht keinen Hehl daraus, dass sie zuletzt kaum noch mit ihrer Fraktion übereinstimmte.

Sie vergleichte die Situation mit einer Ehe. Man lebe sich auseinander und es könne vorkommen, dass man sich gegenseitig Wunden zufüge, so Witte.

Die meisten Reden im Stadtrat habe sie zuletzt gegen ihre eigene Fraktion geführt, erklärte die Politikerin, die mittlerweile auch aus der Partei "Die Linke" ausgetreten ist.

Wittes Reden und ihr Abstimmungsverhalten fiel auch den beiden FDP-Stadträten auf, die Witte dann vom Projekt "Freibeuter" überzeugen konnten.

Die frischgebackene Fraktion hat sich vor allem eines auf die Fahnen geschrieben: Spaß an der Kommunalpolitik. Auf den ungewöhnlichen Namen angesprochen, erklärte Hobusch, im politischen Sinne etwas "erbeuten" zu wollen, also wieder stärkeren Einfluss auf die Politik nehmen zu wollen. Parteipolitik soll dabei in den Hintergrund rücken. Stattdessen wollen die vier Stadträte pragmatische Lösungen für die Probleme der Stadt finden.

Den Kern der künftigen Fraktionsarbeit sollen die Themen Transparenz, Bürgerbeteiligung und Minderheitenschutz bilden. Die Aufgabe des Fraktionsvorsitzenden übernimmt René Hobusch, seine Stellvertreterin ist Ute Elisabeth Gabelmann. Bereits in der Stadtratssitzung im Mai sollen die vier Stadtratsmitglieder als Fraktion zusammensitzen.


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