FDP steht hinter Lindner und Sondierungs-Aus, Union und SPD sollen es richten

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, äußert sich nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen von CDU, CSU, FDP und Grünen in Berlin.
Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, äußert sich nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen von CDU, CSU, FDP und Grünen in Berlin.  © DPA

Berlin/München - Die FDP-Führung unterstützt nach den Worten von Parteichef Christian Lindner (38) den Abbruch der Sondierungsgespräche über ein Bündnis mit Union und Grünen.

"Vorstand und Fraktion haben einstimmig die Entscheidung der Verhandlungsführer begrüßt und uns in dieser Hinsicht unterstützt", sagte Linder am Montagnachmittag in Berlin nach entsprechenden Treffen.

"Wir haben nicht leichtfertig entschieden, uns aus den Sondierungsgesprächen zurückzuziehen. Aber wir haben auch eine Verantwortung gegenüber unseren politischen Grundüberzeugungen."

Zur Frage, ob die FDP sich vorstellen könne, Partner einer Minderheitsregierung zu werden, wollte sich Lindner nicht äußern.

Sowohl Lindner als auch Vize Wolfgang Kubicki betonten, die Verantwortung zur Regierungsbildung liege nun bei Union und SPD.

SPD-Chef Martin Schulz gibt in der Parteizentrale in Berlin ein Statement zu den gescheiterten Sondierungsgesprächen der Jamaika-Koalition ab.
SPD-Chef Martin Schulz gibt in der Parteizentrale in Berlin ein Statement zu den gescheiterten Sondierungsgesprächen der Jamaika-Koalition ab.  © DPA

Die SPD-Gremien haben am Montag indes beschlossen, nicht erneut in eine große Koalition einzutreten, wie TAG24 berichtete.

Doch ungeachtet dessen, erhöhte CSU-Chef Horst Seehofer (68) den Druck auf die SPD, doch noch über eine große Koalition mit der Union zu verhandeln.

Seehofer will mit den Sozialdemokraten in den Dialog treten. "Das ist ein Parteibeschluss, der keine Rücksicht nimmt auf die Verantwortung für dieses Land", sagte Seehofer am Montag der Deutschen Presse-Agentur in München.

"Wir werden trotzdem auf die SPD zugehen - da stimme ich mich ganz eng mit der Kanzlerin ab. Wir sollten die SPD zu Gesprächen einladen." Seehofer betonte: "Ich möchte hier einfach die Hoffnung nicht aufgeben."

Horst Seehofer möchte das Gespräch mit der SPD suchen.
Horst Seehofer möchte das Gespräch mit der SPD suchen.  © DPA

Unterdessen gaben die Grünen das Signal, auch weiterhin gesprächsbereit zu sein.

"Herr (Bundespräsident Frank-Walter) Steinmeier hat in seinen Aussagen absolut recht, dass alle Parteien und alle handelnden Personen verantwortungsvoll mit dem Ergebnis umgehen müssen", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter (47) am Montag im Bundestag.

"Wenn es zu weiteren Gesprächen kommt, sind wir gesprächsbereit, um in wichtigen Dingen was für dieses Land voranzubringen." Ob etwa eine Minderheitsregierung sinnvoll sei, werde man sehen. "Aber wenn es Neuwahlen gibt, dann gehen wir mit unseren Ideen in die Neuwahlen."

Hofreiter bedauerte die aus seiner Sicht verpassten Chancen einer schwarz-gelb-grünen Koalition. "Diese Regierung hätte in einem in Teilen gespaltenen Land große Versöhnungen zustande bringen können", sagte er.

Cem Özdemir (r), Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, spricht neben Grünen Fraktionschef Anton Hofreiter in Berlin vor Beginn der Sitzung der Grünen Bundestagsfraktion.
Cem Özdemir (r), Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, spricht neben Grünen Fraktionschef Anton Hofreiter in Berlin vor Beginn der Sitzung der Grünen Bundestagsfraktion.  © DPA

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