"Jung und modern"? FDP-Politikerin irritiert mit Video zur Europawahl

Hamburg - Mit diesem Video zur anstehenden Europawahl hat sich die FDP-Politikerin Svenja Hahn aus Hamburg wohl keinen Gefallen getan.

Svenja Hahn wollte mit ihrem Video Werbung für ihre Partei machen und zum Wahlgang aufrufen.
Svenja Hahn wollte mit ihrem Video Werbung für ihre Partei machen und zum Wahlgang aufrufen.  © Screenshot/YouTube

"Bitte bitte bitte lade nie wieder ein Video hoch", heißt es in nur einem der kritischen Kommentare zu ihrem kurzen Clip, der bei YouTube hochgeladen wurde.

Dabei wollte die 29-Jährige mit ihrem Video wohl eher für Lacher statt für genervte Reaktionen sorgen. "Das Video ist Spaß, die 🇪🇺Wahlen richtig ernst", schreibt Hahn zu ihrem Wahl-Tutorial.

"Ich zeig Euch heute, wie man Europa vor dem Untergang schützt", kündigt sie darin an und erklärt, wie man wohl am 26. Mai das richtige Kreuzchen setzt.

Der Clip soll an die gängigen Schmink-Tutorials erinnern, die auf Youtube vor allem bei jungen Frauen beliebt sind. Svenja Hahn empfiehlt allerdings, zur Wahl lieber einen Kulli statt einen Lippenstift mitzunehmen... Mit ihrer gespielten Affektiertheit wirkt das Ganze wie eine reine Parodie auf Influencer-Klischees. Das kommt bei den jungen Wählern aber nicht gut an.

Die meisten User sind einfach nur genervt von den übertriebenen Aussagen. "Das ist doch hoffentlich Fake, geht gar nicht", heißt es da, oder: "Dieses 'gewollte' jung und modern sein, ist mal wieder voll nach hinten losgegangen."

Ganz anders sehen das Hahns Parteikollegen. Marie-Agnes Strack-Zimmermann etwa wettert auf Twitter: "Wenn das ältere Herrschaften nicht verstehen und sich echauffieren, ist mit dem Video ja alles richtig gemacht worden. Ich bin stolz, dass wir in der @fdp junge, fähige und motivierte Kandidatinnen wie @svenja_hahn haben. #Zielgruppe", und übersieht dabei, dass das Video vor allem die jüngeren Internet-Nutzer stört.

Svenja Hahn hätte wohl nicht mit so viel Gegenwind gerechnet. "Ein Video zur Europawahl zu machen? Was für eine coole Hausaufgabe!", hatte sie noch vor wenigen Tagen getwittert. Die Diskussionen um ihr Video scheinen sie dennoch nicht zu stören.

"Ich fände es aber wichtig, wenn jene, die das Video nicht mögen, nicht nur kritisieren, sondern auch Vorschläge machen, wie man das Ziel besser erreichen kann, junge Menschen zur Wahl zu bewegen", äußerte sich die 29-Jährige jetzt in einem Interview mit RTL.

Titelfoto: Screenshot/YouTube

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