Nach Chemo und Brustamputation stellt sich heraus: Junge Mutter hat gar keinen Krebs!

Stoke-on-Trent/England - Nach der Diagnose Krebs war für die Mutter klar, sie tut alles, um die heimtückische Krankheit zu besiegen. Doch dann der nächste Schock. Nach Chemo und Brustamputation sagen die Ärzte, sie hatte niemals Krebs!

Sarah Boyle erhielt mit 25 Jahren die Fehldiagnose Brustkrebs.
Sarah Boyle erhielt mit 25 Jahren die Fehldiagnose Brustkrebs.  © Screenshot/Twitter/Irwin Mitchell

Nach der Geburt ihres zweiten Kindes bekam die junge Mutter Sarah Boyle (29) die schreckliche Diagnose Brustkrebs. Ein Schock für Sarah und ihren Mann Steven (31).

Aber ganz wie man es von einer starken Mutter erwarten würde, ließ sie sich von dem Krebs nicht unterkriegen. Sie wollte kämpfen. Für die Zukunft ihrer beiden Kinder.

"Meine Einstellung war, egal welche Diagnose, ich werde kämpfen. Ich hatte gar keine andere Wahl. Ich musste das für Steven und Teddy schaffen", so die junge Mutter gegenüber der "Daily Mail".

Dennoch, die junge Frau hatte Todesangst: "Ich erinnere mich, wie ich mich gefragt habe, ob ich sterben würde. Alles was die Krankenschwestern mir sagen konnten war, dass sie alles tun würden, was sie könnten". Also begann sie mit der angeratenen Chemotherapie.

Eine schlimme Nebenwirkung der Chemo ist, dass die Menopause umgehend einsetzt. Für eine 29-Jährige, die ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen hat, ein furchtbarer Gedanke.

Die Möglichkeit, ihre Eier vor dem Start der Therapie einzufrieren, um so die Chance auf weitere Kinder nicht zu verlieren, hatte sie dann auch nicht mehr. Denn dafür hätte die junge Mutter noch sechs bis acht Wochen bis zum Start der Chemo warten müssen. Diese sollte aber so schnell wie möglich losgehen.

"Der Arzt sagte mir, ich soll an das Baby auf meinem Schoß denken, nicht an Babys, die ich nicht hätte. Das hieß also, sofort mit der Behandlung zu beginnen."

Sarah verlor ihre Haare durch die Chemotherapie.
Sarah verlor ihre Haare durch die Chemotherapie.  © Screenshot/Twitter/Irwin Mitchell

Eine schmerzhafte und anstrengende Prozedur. Aber gegen Krebs auch häufig wirkungsvoll. Dieses mal aber nicht. Also mussten auch noch die beiden Brüste entfernt werden.

Sarah machte schwere Zeiten durch. So auch ihre ganz junge Familie. Dass sie durch die Chemotherapie auch ihre Haare verlor, war wohl das kleinere Übel.

Doch dann der nächste Schock. Ein paar Monate nach der Diagnose, der Chemotherapie und den Operationen stellte sich plötzlich heraus: Sarah hatte niemals Krebs. Die Ärzte hatten sich einfach vertan! In den entfernten Brüsten wurden keine Krebszellen entdeckt.

Die Auswirkungen der Fehldiagnose sind für die Mutter verheerend. Sie hat ein psychisches Trauma erlitten und besonders schlimm, ihr Krebsrisiko ist sogar noch gestiegen. Schuld daran ist der Wiederaufbau der Brüste. Die Implantate aus Frankreich werden mit einer seltenen Form von Krebs in Verbindung gebracht. Sarah plant diese auszutauschen. Auch leidet sie noch immer unter den Symptomen der Chemo.

"Es war schrecklich, dass mir gesagt wurde, ich hätte Krebs, aber dann die ganze Behandlung und Operation durchlaufen zu müssen, um dann gesagt zu bekommen, dass es unnötig gewesen sei, war traumatisierend."

Jetzt will Sarah Antworten haben. Auch, um andere Patientinnen vor solchen Fehldiagnosen zu bewahren. Sie hat Anwälte beauftragt, die auf medizinische Fahrlässigkeiten spezialisiert sind und den Fall jetzt untersuchen.

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