"Alles auf Rausch": Feine Sahne Fischfilet rocken das Elbufer

Dresden - Die Verschiebung und auch der Protest einiger Neo-Nazis taten letztendlich keinen Abbruch: Feine Sahne Fischfilet brachten am Mittwoch die "Filmnächte am Elbufer" zum Kochen. Neben Party, Pogo und jeder Menge Nebelkerzen kamen auch die politischen Botschaften nicht zu kurz.

Feine Sahne Fischfilet waren am Mittwoch zu Gast bei den "Filmnächten am Elbufer".
Feine Sahne Fischfilet waren am Mittwoch zu Gast bei den "Filmnächten am Elbufer".  © Eric Mittmann

Der Grundton war dabei schnell klar: Dem braunen Mob dürfe kein Zentimeter überlassen werden. Sänger Jan "Monchi" Gorkow betonte immer wieder, wie wichtig es sei, sich zu engagieren, aufzustehen gegen rechte Gewalt, Vereine, vor allem in Dörfern und Kleinstädten, zu unterstützen und für Werte wie Toleranz, Offenheit und Menschlichkeit einzustehen.

Zwischendurch wurde ebenso das eigene Publikum gefeiert wie Non-Profit Organisationen. Mitglieder der Seenotretter "Mission Lifeline" wurden auf die Bühne geholt, um ihnen Respekt zu zollen. Eine Familie, die laut Sänger "Monchi" bei jeder Show dabei ist, durfte gleich mal zusammen mit der Band einen Song grölen.

Den Tausenden anwesenden Fans wurden erwartungsgemäß die volle Ladung "Feine Sahne"-Hits geliefert. Beginnend mit "Zurück in unserer Stadt" und "Alles auf Rausch" rockten sich die Mecklenburger durch alle Songs des aktuellen Albums "Sturm & Dreck".

Ein früher Höhepunkt der etwa zweistündigen Show: Der Song "Niemand wie ihr", den Monchi für seine Eltern schrieb und kurzerhand auch ihnen widmete. Sie wären beim eigentlich Termin im Juli dabei gewesen, konnten es dieses Mal jedoch nicht einrichten. "Aber mein Vater schaut sich dann immer auf Youtube die neuesten Videos an", so der Sänger.

Feine Sahne Fischfilet in Dresden: "Ich will den größten Circle Pit, den das Elbufer je gesehen hat"

Überwältigt von Gefühlen? Sänger Jan "Monchi" Gorkow betonte während des Konzerts immer wieder, wie beeindruckt er sei. Für die Punk-Band war es laut eigener Aussage die bisher größte Show.
Überwältigt von Gefühlen? Sänger Jan "Monchi" Gorkow betonte während des Konzerts immer wieder, wie beeindruckt er sei. Für die Punk-Band war es laut eigener Aussage die bisher größte Show.  © Eric Mittmann

Daneben durften natürlich auch "Warten auf das Meer" und "Wut", bei dem Trompeter Max Bobzin den Rap-Part übernahm, nicht fehlen. Mit "London Calling" von The Clash lieferten "Feine Sahne" sogar ein Cover.

Den Fans schien es keinen Moment an Energie zu fehlen. Bereits bei den beiden Vorbands "Banda Communale" und "The Baboon Show" ließen sie sich immer wieder auf Klatsch-Einlagen und Pogo-Tänze ein.

Als "Feine Sahne" dann die Bühne betraten, blieb kein Stein mehr auf dem anderen. Immer wieder wurden bengalische Feuer gezündet, Texte lautstark mitgegrölt und Crowdsurfer hielten die Security auf Trab.

"Ich will den größten Circle Pit, den das Elbufer je gesehen hat", forderte "Monchi" am Ende von "Komplett im Arsch", mit dem die Punk-Band den Abend ausklingen ließ, und die Leute setzten sich bereitwillig in Bewegung.

Im Anschluss luden "Feine Sahne Fischfilet" noch zur Aftershow-Party in die Chemiefabrik ein, wo sie laut eigener Aussage ihre erste Show in Dresden spielten. "Damals noch als erste Band. Wenn uns jemand gesagt hätte, dass wir irgendwann am Elbufer unsere bisher größte Show spielen, hätten wir wohl geantwortet: 'Dicker, das Crack ist hier schlecht.'"

Keine Frage: Die Punk-Band weiß, man eine Party feiert.

Das Konzert sollte zunächst im Juli stattfinden, musste jedoch verschoben werden, nachdem sich Gitarrist Christoph Sell am Arm verletzt hatte.
Das Konzert sollte zunächst im Juli stattfinden, musste jedoch verschoben werden, nachdem sich Gitarrist Christoph Sell am Arm verletzt hatte.  © Eric Mittmann
Etwa zwei Stunden lang unterhielten die Punk-Rocker die tausenden anwesenden Fans mit Hits wie "Alles auf Rausch" und "Komplett im Arsch".
Etwa zwei Stunden lang unterhielten die Punk-Rocker die tausenden anwesenden Fans mit Hits wie "Alles auf Rausch" und "Komplett im Arsch".  © Eric Mittmann
Die Leute vor der Bühne ließen sich immer wieder auf Pogo-Tänze ein und sangen lautstark die Texte mit.
Die Leute vor der Bühne ließen sich immer wieder auf Pogo-Tänze ein und sangen lautstark die Texte mit.  © Eric Mittmann
Immer wieder wurden auch Bengalos gezündet.
Immer wieder wurden auch Bengalos gezündet.  © Eric Mittmann

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