Jetzt kommen die Feldbetten sogar aus Übersee

Feldbetten in der Sporthalle der TU Dresden. Sie gehören zur Grundausrüstung von Asylnotunterkünften.
Feldbetten in der Sporthalle der TU Dresden. Sie gehören zur Grundausrüstung von Asylnotunterkünften.

Von Anneke Müller und Juliane Morgenroth

Dresden - Sachsen richtet noch mehr Asyl-Unterkünfte ein- Logistik als Mammutaufgabe: Die steigenden Flüchtlingszahlen lassen Freistaat und Helfer schwitzen. Vieles ist Mangelware: Nun werden schon Feldbetten aus Übersee eingeflogen. Der Freistaat arbeitet mit Container-Händlern zusammen.

Die Einrichtung von Unterkünften - oft innerhalb von 48 Stunden - ist eine „logistisch irrwitzige Herausforderung“, sagt Sachsens DRK-Chef Rüdiger Unger (54).

Die Hilfsorganisation ist im Dauereinsatz, betreut viele Unterkünfte. Das DRK habe die Lage aber im Griff: „Wir halten in unserem Logistikzentrum permanent Ressourcen für 6000 Plätze vor, etwa Betten, Schlafsäcke und Biertischgarnituren.“

Nachschub kommt aus den USA und Kanada: Das dortige Rote Kreuz hat mehr als 15 000 Feldbetten zur Verfügung gestellt - auch für Sachsen. Schon früher gab es für die Ausstattung von sächsischen Unterkünften Hilfe aus dem Ausland.

Hier wird auf Hochtouren produziert: 90 Prozent der Containerproduktion der tschechischen Firma Touax gehen nach Deutschland.
Hier wird auf Hochtouren produziert: 90 Prozent der Containerproduktion der tschechischen Firma Touax gehen nach Deutschland.

Wohncontainer bleiben Mangelware.

In Tschechien produzieren Unternehmen auf Hochtouren und können die Nachfrage dennoch nicht bewältigen. „90 Prozent unserer 25.000 Wohncontainer, die wir jährlich produzieren, gehen nach Deutschland“, so Jan Petr, Sprecher der Firma Touax.

Dass diese Container auch nach Sachsen gelangen, ist anzunehmen. Der Freistaat arbeitet mit Container-Händlern zusammen. Weil die begehrte Ware schwer zu bekommen ist, aber die Temperaturen sinken, ist schnelles Handeln gefragt:

„Der Freistaat setzt auf Leichtbauhallen. Diese sind einfacher zu beschaffen“, so Holm Felber (57), Sprecher der Landesdirektion. In Dresden (Bremer Straße) soll das Konzept zuerst umgesetzt werden. Wann, ist noch unklar.

Verteilt auf zwölf Flüge kamen die Feldbetten aus den USA und Kanada in Frankfurt an. Auch das DRK in Sachsen profitiert davon.
Verteilt auf zwölf Flüge kamen die Feldbetten aus den USA und Kanada in Frankfurt an. Auch das DRK in Sachsen profitiert davon.

Fotos: dpa/Valentin Gensch, Touax, Suhrbier


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