Felix Räuber: Mein Leben nach Polarkreis 18

Polarkreis 18 kletterten 2008 mit ihrem Song "Allein, allein" an die Spitze der deutschen Charts.
Polarkreis 18 kletterten 2008 mit ihrem Song "Allein, allein" an die Spitze der deutschen Charts.

Von Juliane Bauermeister

Dresden/Berlin - Sie war einst die bekannteste Band Dresdens: Polarkreis 18! Mit Songs wie „Allein, Allein“ oder „The Colour of Snow“ stürmten sie die Charts. 2012 löste sich die Band um Frontman Felix Räuber (30) auf. Seit Ende 2011 wohnt Felix in Berlin. Wir wollten wissen, wie es dem Sänger heute geht.

MOPO24: Was macht das Leben?

Felix: „Es ist aufregend und es passiert viel. Ich habe mich in den letzten Jahren musikalisch neu sortiert und arbeite gerade an zwei musikalischen Projekten. Das eine ist ein elektronisches Solo-Projekt, das andere ein deutsches Pop-Duo.“

MOPO24: Warum bist du damals von Dresden nach Berlin gegangen?

Felix: „Ich brauchte irgendwie einen Ortswechsel in meinem Leben, um neuen Input zu bekommen. In Berlin passiert sehr viel was Musik angeht und es ist schon die deutsche Musikhauptstadt.

Daher machte das für mich Sinn, hierher zu gehen.“

MOPO24: Wie wohnst du?

Felix: „In einem 65 Quadratmeter großen Altbau in Berlin-Kreuzberg. Dort wohne ich mit meinem besten Freund zusammen in einer WG und hab auch mein Studio dort.“

MOPO24: Wenn du jetzt aus der Ferne die negativen Schlagzeilen zur Asylproblematik in Dresden hörst. Wie ist das?

Felix: „Man wird schon ständig drauf angesprochen, in der Kneipe zum Beispiel. Das ist bisschen nervig, denn Dresden hat so viele schöne Facetten und das Einzige was hier ankommt ist das.

In dem Stadtteil, wo ich wohne, leben rund 40 Prozent Ausländer und das ist ein tolles Miteinander. Von daher kann ich nicht verstehen, dass Menschen solche Ausgrenzungsgedanken haben.“

MOPO24: Wie ist die Zeit nach Polarkreis 18 für dich?

Felix: „Es ist für mich ein völlig anderes Leben. Ich habe mich bewusst zurückgezogen, um auch erstmal zu verarbeiten, was da alles passiert ist. Die Zeit danach habe ich auf jeden Fall sehr genossen.

Ich bin viel gereist und habe Dinge gemacht, die ich schon immer auf meiner Liste hatte. Vorher war man ja in einer Phase, wo man komplett eingespannt war und gar keine Freizeit hatte.

Die hab ich mir danach ganz radikal genommen. Aber jetzt reicht es auch und ich werde wieder mit Musik in Erscheinung treten.“

Als Frontmann von Polarkreis 18 feierte der Sänger seine bisher größten Erfolge.
Als Frontmann von Polarkreis 18 feierte der Sänger seine bisher größten Erfolge.

MOPO24: Wie und wo bist du gereist?

Felix: „Ich bin viel durch Europa gereist, hab dort eigentlich fast alle Länder gesehen, besonders Osteuropa war mir wichtig. Was wahrscheinlich auch viel mit meiner Vergangenheit und meiner Kindheit zu tun hat. Das System, in dem ich aufgewachsen bin, hat ja Parallelen zu diesen Ländern. Daher fühle ich mich zu ihnen hingezogen und mit ihnen verbunden.“

MOPO24: Bist du dann richtig backpackermäßig mit Rucksack los?

Felix: „Absolut. Ich bin oft rumgetrampt und habe bei fremden Leuten auf dem Sofa gepennt. Das war total gut. Wenn ich reise, mache ich das gern allein, weil man so am besten mit den Menschen in Kontakt kommt und am meisten über sie erfährt.

Da habe ich Inspirationen gesammelt, viel geschrieben und jetzt hab ich ganz viele Songs, die produziert werden können.“

MOPO24: Gibt es Polarkreis 18 noch?

Felix: „Wir verstehen uns noch wahnsinnig gut, haben regelmäßig Kontakt und sehen uns immer, wenn ich in Dresden bin. Es ist nur momentan einfach so, dass es sich von der Zeit her nicht ergibt, weil jeder seine eigenen Projekte verfolgt.

Der Spirit ist aber noch da.“

Fotos: PR/Jennifer Schäfer, Robert Michael


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