Tonnenschwerer Felsbrocken stürzt auf Autobahn: Porsche-Fahrer stirbt qualvoll in seinem Wagen

Villingen-Schwenningen - Ein Mann ist auf der Autobahn 81 nahe Villingen-Schwenningen mit seinem Porsche frontal gegen einen auf die Straße gestürzten drei Tonnen schweren Felsen gefahren und ums Leben gekommen.

Die Feuerwehr löscht das brennende Auto.
Die Feuerwehr löscht das brennende Auto.  © Kamera24

Das Auto sei sofort in Flammen aufgegangen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Der Fahrer habe sich nach dem Unfall am Samstagabend nicht aus seinem Porsche befreien können. Die Identität des Mannes war zunächst noch nicht geklärt.

Die Autobahn wurde nach dem Unfall zwischen den Anschlussstellen Tuningen und Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) komplett gesperrt. Wann die Sperrung in Fahrtrichtung Stuttgart wieder aufgehoben wird, war nicht bekannt.

Dem Sprecher zufolge müssen Experten den Hang neben der Autobahn zunächst begutachten, um weitere Felsstürze ausschließen zu können.

Update 14.10:

Der tödliche Unfall ist nach Ansicht von Experten ein unglücklicher Einzelfall. Solche Unglücke seien sehr selten, sagte am Montag ADAC-Sprecher Johannes Boos. Am Samstagabend war der Fahrer eines Sportwagens in der Nähe von Villingen-Schwenningen gegen einen etwa 3,5 Tonnen schweren Gesteinsbrocken geprallt, der sich von einem Hang gelöst hatte und auf die Fahrbahn gestürzt war. Das Auto ging in Flammen auf und brannte vollständig aus.

Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen davon aus, dass es sich bei dem Fahrer mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen 62 Jahre alten Mann handelt. Endgültige Sicherheit könne aber erst die Obduktion bringen, sagte ein Polizeisprecher.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums in Stuttgart kamen in dem Fall mehrere unglückliche Umstände zusammen. "Wenn das erwartbar gewesen wäre, hätten wir etwas getan", sagte Sprecher Edgar Neumann.

Nach Angaben des Regierungspräsidiums Freiburg stürzte der Sandsteinfelsen aus etwa 22 Metern Höhe ab und rollte über einen Hang auf die Fahrbahn. Die Neigung des Hangs sei nicht sehr steil, sagte Neumann. Bisher habe es in diesem Bereich keine Probleme gegeben. Der Wurzeldruck eines Baumes habe den Erkenntnissen nach den Felsblock gelöst. Weil dieser annähernd würfelförmig sei, habe er bis auf die Autobahn rollen können.

Experten untersuchten unterdessen den Hang und sicherten zwei weitere absturzgefährdete Felsbrocken. Die Autobahn blieb bis zum frühen Sonntagabend zwischen den Anschlussstellen Tuningen und Villingen-Schwenningen gesperrt.

Boos' Angaben zufolge liegt die Verantwortung für Kontrollen bei den Ländern. "Die Kontrollen der Autobahnmeistereien sind sehr zuverlässig und gut", betonte er. Das zeige sich auch daran, dass bei Stürmen nur sehr selten Bäume auf Autobahnen stürzten. Laut Regierungspräsidium Freiburg kontrolliert der Streckendienst der Autobahnmeisterei die A81 täglich, auch an Wochenenden.

Im Herbst 2017 war aus Sicherheitsgründen ein rund 200 Tonnen schwerer Fels an einer Bundesstraße im Hochschwarzwald gesprengt worden. Die Straße war deswegen mehrere Tage lang gesperrt.

Anfang Juni stürzte ein Gesteinsbrocken auf eine Kreisstraße im Alb-Donau-Kreis und beschädigte diese schwer. Damals wurde niemand verletzt. Die Straße musste ausgebessert werden.

Ein Felsen stürzte auf die Fahrbahn der A81.
Ein Felsen stürzte auf die Fahrbahn der A81.  © Kamera24

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