360 Millionen-Projekt: Klage gegen Fernbahnhof Altona gescheitert

Hamburg - Der Sprecher der Initiative Prellbock ist mit seiner Klage gegen die geplante Verlegung des Fernbahnhofs Hamburg-Altona an den Diebsteich gescheitert.

Die Visualisierung des Architektenbüros C.F. Møller zeigt den geplanten Bahnhof Altona am Diebsteich in Hamburg.
Die Visualisierung des Architektenbüros C.F. Møller zeigt den geplanten Bahnhof Altona am Diebsteich in Hamburg.  © Architektenbüro C.F. Møller/dpa

Unabhängig von dem Urteil ist die Verbandsklage des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) gegen die Bahnhofspläne weiter anhängig.

Michael Jung, der in 400 Metern Entfernung vom Bahnhof Altona wohnt, hatte zunächst gemeinsam mit dem VCD gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamts zur Bahnhofsverlegung geklagt. Das Gericht hatte das Verfahren vor der Entscheidung abgetrennt.

"Allein der Umstand, dass er in der Nähe des Bahnhofs wohnt und diesen nutzt, versetzt ihn nicht in die Lage, die Planung insgesamt im Klagewege anzugreifen", sagte ein Sprecher.

Im August vergangenen Jahres hatte das Gericht einem Eilantrag des VCD stattgegeben. Seither liegen die Planungen auf Eis. Ein Termin für das Hauptsacheverfahren steht aber noch aus.

Nach den Plänen der Bahn sollen die Fern- und Regionalzüge statt in Altona künftig am zwei Kilometer nördlich gelegenen S-Bahnhof Diebsteich halten, der dafür ausgebaut werden soll. Das Projekt hat ein Volumen von rund 360 Millionen Euro.

Der Kopfbahnhof in Altona soll Platz für 1900 Wohnungen und einen Park machen. Der S- und Bus-Bahnhof soll in Altona bleiben.

Auch eine von Jungs Anwalt geltend gemachte Verletzung von Vorschriften über die Umweltverträglichkeitsprüfung sowie der Wasserrahmenrichtlinie im Planungsverfahren hätten nicht zur Zulässigkeit der Klage geführt, sagte ein Gerichtssprecher.

Eine Revision gegen die Abweisung wurde nicht zugelassen. Möglich sei aber eine Nichtzulassungsbeschwerde, über die das Bundesverwaltungsgericht zu entscheiden hätte.

Prellbock und VCD bedauerten die Entscheidung. "Das Oberverwaltungsgericht folgt mit seiner Entscheidung einer restriktiven Auslegung der EU-Richtlinie zur Umweltverträglichkeitsprüfung, wie sie in Deutschland leider inzwischen üblich ist", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Fernverkehrszüge stehen auf den Gleisen des Fernbahnhofs-Altona in Fahrtrichtung des Bereichs Diebsteich.
Fernverkehrszüge stehen auf den Gleisen des Fernbahnhofs-Altona in Fahrtrichtung des Bereichs Diebsteich.  © Axel Heimken/dpa

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