Fernbus-Boom vorbei? Zahlen brechen ein

Fahrgäste warten auf den Check-In am ZOB in Berlin-Westend.
Fahrgäste warten auf den Check-In am ZOB in Berlin-Westend.  © DPA

Berlin - In der Hauptstadt scheint der Boom der Fernbusse vorbei zu sein. Vier Jahre ging die Entwicklung steil nach oben. 2017 wird es am Zenralen Omnibusbahnhof (ZOB) deutlich weniger Halte geben.

Das berichtet die Berliner Morgenpost, die sich auf Zahlen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) beruft. Der ZOB-Betreiber rechnet demnach bis Jahresende mit 166.000 Nutzungen (An- und Abfahrten von Bussen).

Das wären fast 50.000 Fahrten weniger als noch im Jahr 2016. Selbst die zu Jahresbeginn aufgestellte pessimistische Prognose von 167.000 Bushalte wäre mit diesem Ergebnis unterschritten.

Der Grund für die rückläufigen Zahlen ist dem Bericht zufolge das große Anbietersterben in der Fernbusbranche. Flixbus ist nach der 2015 vollzogenen Fusion mit dem Berliner Start-up MeinFernbus zum alleinigen Marktführer in Deutschland aufgestiegen.

Im Juni 2016 stellte Megabus seinen Betrieb ein. Trotz Billigangeboten konnten sie sich auf den stark expandierenden Fernbusmarkt in Deutschland nicht durchsetzen. Neben Postbus stellte im November 2016 schließlich die Deutsche Bahn mit BerlinLinienBus ihr Fernbusangebot weitgehend ein.

Inzwischen besitzt Flixbus eine Art Monopol. Laut den neuesten Berechnungen des IGes-Institutes hat das Münchener Unternehmen einen Anteil von 94 Prozent am deutschen Fernbusmarkt. Die restlichen sechs Prozent teilen sich die verblieben Busanbieter wie Eurolines, IC-Bus oder Regiojet.

Trotz des Rücklaufs rechnet die BVG dennoch wieder mit rund sechs Millionen Fahrgästen. Das könnte daran liegen, dass Flixbus es sich leisten konnte, weniger rentable Verbindungen einzustellen und gut gebuchte Fahrten weniger häufig, dafür aber mit größeren Bussen, fahren zu lassen.

2017 werden am ZOB weit weniger Busse halten, also noch vor einem Jahr.
2017 werden am ZOB weit weniger Busse halten, also noch vor einem Jahr.  © DPA

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