Vom Pavillon bis zum Einwegzelt: So viel Dreck machen Festivals

Müll liegt auch am letzten Tag vom Hurricane schon nur noch auf der Mülltonne.
Müll liegt auch am letzten Tag vom Hurricane schon nur noch auf der Mülltonne.  © DPA

Münster - Es wird oft von Papptellern gegessen, aus Einwegbechern getrunken und mit Flyern Werbung gemacht: Bei Musikfestivals fallen jedes Jahr Hunderte Tonnen Müll an. "Das Müllaufkommen auf Festivals ist sehr problematisch", sagte Philipp Sommer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

Denn es gebe in der Tendenz immer mehr Müll. Dieser werde mitunter nicht getrennt gesammelt und müsse als Mischabfall entsorgt werden. Ein Recycling sei somit nicht mehr möglich.

Beim dreitägigen Reggae-Festival Summerjam mit 30.000 Besuchern in der Nähe von Köln fallen etwa 120 Tonnen Müll an, sagte Klaus Maack, Sprecher des Festivals. Die meisten Besucher zelten dort. Zum Vergleich: 120 Tonnen sind so viel Müll, wie etwa 700 Personen in einem Jahr produzieren, rechnete Sommer vor.

Beim zweitägigen Juicy Beats im Dortmunder Westfalenpark sind es mit etwa 50.000 Tages-Besuchern 30 Tonnen. Das Parookaville wollte auf Anfrage keine Angabe zum Müllaufkommen machen.

Es gebe einen Trend hin zur Wegwerfgesellschaft, stellte Maack vom Summerjam fest. Die Macher des Summerjams und andere Veranstalter haben das Problem inzwischen erkannt und steuern gegen. Zum Beispiel sensibilisieren die Macher des Summerjam-Festivals in Köln die Besucher im Vorfeld für die Problematik und geben kostenlos Müllsäcke aus.

Manche versuchen es mit einem Müllpfand: Der Besucher zahlt mit dem Ticket zusammen zum Beispiel 10 Euro Pfand für einen Müllsack. Bringt er ihn gefüllt wieder, gibt es das gezahlte Geld zurück. Zum Beispiel das Parookaville achtet auf eine intensive Mülltrennung.

Aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe ist es wichtig, dass die Veranstalter nicht nur Mehrwegbecher, sondern auch Mehrweggeschirr für das Essen benutzen. Aber nicht nur die Veranstalter, auch die Besucher seien gefragt, erklärte Sommer. Es liege in ihrer Verantwortung, möglichst wenig Müll zu produzieren und etwa auf Einweggrills oder -zelte zu verzichten, und vor allem Mehrwegverpackungen zu nutzen.

Mit den Kosten der Entsorgung hat der Steuerzahler in der Regel übrigens nichts zu tun. Sie übernehmen in vielen Fällen die Organisatoren.

Titelfoto: DPA


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