Terror-Razzien in Sachsen: Ermittlungen gegen zwei IS-Verdächtige

Dresden/Plauen/Karlsruhe - Ein 22-Jähriger ist am Donnerstag in Plauen als mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) von Spezialkräften der Bundespolizei festgenommen worden. Ebenso wird gegen ein Syrerin (36) in Dresden ermittelt.

In Plauen gab es eine Festnahme (Symbolbild).
In Plauen gab es eine Festnahme (Symbolbild).  © Karsten John/dpa

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft steht der Syrer im dringenden Verdacht, in zwei Fällen um Mitglieder oder Unterstützer für den IS geworben zu haben. Außerdem soll er mehrfach Gewaltdarstellungen öffentlich zugänglich gemacht haben.

Nach Angaben des Generalbundesanwalts hatte sich der Beschuldigte selbst als "Medientätiger" bezeichnet. In dieser Funktion habe er seit September 2017 zahlreiche Propagandaveröffentlichungen des IS sowie eigene Äußerungen in öffentlich zugänglichen Chatgruppen des Messengerdienstes WhatsApp eingestellt, die er teilweise selbst als Administrator betrieben habe.

"Zwei Veröffentlichungen enthielten konkrete Handlungsanweisungen, wie eine Beteiligung am IS erfolgen sollte", hieß es. Darüber hinaus habe der Beschuldigte umfangreiche Bild- und Videodateien zugänglich gemacht, die den Angaben zufolge unter anderem Propagandamaterial des IS mit grausamen Folter- und Hinrichtungsszenen von Gefangenen enthielten. Die Wohnung des 22-Jährigen in Plauen wurde durchsucht.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden wurde im Zusammenhang mit den Ermittlungen auch die Wohnung einer 36 Jahre alten Syrerin in Dresden durchsucht. Die Frau steht im Verdacht, eine terroristische Vereinigung im Ausland unterstützt und bei der Anwerbung von Helfern geholfen zu haben.

Bei der Durchsuchung wurden mehrere Mobiltelefone und Bankunterlagen sichergestellt. "Die Beschuldigte wurde nach Beendigung der Maßnahmen entlassen", teilte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit.


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