Neue Ausstellung beleuchtet dunkles Kapitel in Geschichte der Festung Königstein

Dresden - Es ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Festung Königstein: Erstmals überhaupt beleuchtet eine Ausstellung die Zeit, in der die Anlage als geschlossener Jugendwerkhof diente. 70 Jahre nach der Gründung der Einrichtung.

Kuratorin Maria Pretzschner (41) mit alten Dokumenten des Jugendwerkhofs.
Kuratorin Maria Pretzschner (41) mit alten Dokumenten des Jugendwerkhofs.  © Christian Juppe

"Von 1949 bis 1955 waren hier zwischen 40 und 200 Jugendliche untergebracht", sagt Maria Pretzschner (41), Kuratorin der Ausstellung. "Man hätte viel eher anfangen müssen, diese Zeit zu untersuchen, aber wir hatten bisher nur einige Dokumente, die in unserem Archiv lagerten."

Erst durch neuerliche Aufräumarbeiten seien nach und nach immer mehr Gegenstände aus dem Alltag des Werkhofs aufgetaucht.

"Wir haben historische Fotoaufnahmen, Schulbänke aus dieser Zeit und zum Beispiel auch eine Schubkarre finden können, die damals hier benutzt wurden." Auch Zeitzeugenberichte umfasst die Sonderschau. "Es kommen drei Insassen zu Wort, mehrere Erzieher und auch Mitarbeiter", sagt Pretzschner.

Besonders interessant: Während der sechs Jahre, in denen Königstein als geschlossener Jugendwerkhof betrieben wurde, schafften es Jugendliche immer wieder, aus der Einrichtung auszubrechen.

"Sie kletterten zum Beispiel am Gestänge des damaligen Außenfahrstuhls nach unten oder nutzten den Blitzableiter zur Flucht." Die Ausstellung läuft ab dem 5. April.

Die Insassen der Besserungsanstalt ritzten Daten in die Festungsmauer, die noch heute sichtbar sind.
Die Insassen der Besserungsanstalt ritzten Daten in die Festungsmauer, die noch heute sichtbar sind.  © Christian Juppe
Sechs Jahre lang wurde die Festung Königstein als Jugendwerkhof genutzt.
Sechs Jahre lang wurde die Festung Königstein als Jugendwerkhof genutzt.  © Foto-Walther

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