Feuer-Tornado wirbelt Feuerwehr-Lkw hoch: Fahrer tot

Sydney (Australien) - Ein neuer Todesfall dokumentiert die zerstörerische Wucht der Buschbrände im Südosten Australiens: Ein zwölf Tonnen schweres Feuerwehrauto wurde durch einen von den Flammen ausgelösten Tornado in die Höhe gerissen und krachte anschließend mit dem Dach auf den Boden.

Ein Feuerwehrmann steht während der Löscharbeiten in Australien neben den Flammen.
Ein Feuerwehrmann steht während der Löscharbeiten in Australien neben den Flammen.  © dpa/Warren Frey/TASMANIA FIRE SERVICE/AAP

Der Fahrer kam ums Leben, zwei weitere Feuerwehrleute kamen mit Verbrennungen und anderen Verletzungen ins Krankenhaus, wie die Feuerwehr des Bundesstaates New South Wales am Dienstag mitteilte.

Auch ein kleinerer Einsatzwagen sei durch die von riesigen Feuern angefachten Winde in Tornadostärke durch die Luft gewirbelt worden und auf dem Dach gelandet. Dabei sei ein weiterer Feuerwehrmann schwer verletzt worden.

Der regionale Feuerwehrchef Shane Fitzsimmons bezeichnete die Lage angesichts des gewaltigen Buschfeuers in der Nähe von Albury im Süden des Bundesstaates als "wahrlich schrecklich".

Das Feuer 550 Kilometer südwestlich von Sydney brennt außer Kontrolle.

Die Buschbrände in Australien wüten bereits seit Oktober. New South Wales im Südosten des Landes ist besonders schwer betroffen.

Allein dort ist mittlerweile eine Fläche der Größe Belgiens abgebrannt. Fast 1000 Häuser wurden zerstört. Bisher starben zwölf Menschen bei den Bränden.

Für Dienstag erwarten Meteorologen im Westen Sydneys Temperaturen von bis zu 44 Grad, in einigen Städten im Inneren des Landes sollen die Temperaturen gar auf 45 Grad klettern.

Dazu soll es Unwetter mit starken Winden und einzelnen Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern geben.

Silvester-Feuerwerk soll trotz Bränden stattfinden

Ein Feuerwerk explodiert am Himmel über Oper und der Harbour Bridge, während der Neujahrsfeierlichkeiten
Ein Feuerwerk explodiert am Himmel über Oper und der Harbour Bridge, während der Neujahrsfeierlichkeiten  © dpa/Rick Rycroft/AP

Kurz vor Silvester hat die Feuerwehr in Australien keine Einwände gegen das traditionelle Neujahrs-Feuerwerk im Hafen von Sydney. Die geplante Pyrotechnik-Show könne trotz der andauernden Buschfeuer im Bundesstaat New South Wales stattfinden, teilte die Feuerwehr am Montag auf Twitter mit.

Die Brandschützer prüften auch weitere Ausnahmen von dem Feuerverbot in der Region, hieß es weiter. Zuvor hatte es heftige Diskussionen um das Feuerwerk in Sydney gegeben.

Politiker und Hunderttausende Einwohner hatten darauf gedrungen, die diesjährige Show im Hafen wegen der Buschfeuer und der erhöhten Feinstaubbelastung abzusagen.

"Das Risiko ist zu hoch. Wir müssen die erschöpften Freiwilligen der Feuerwehr respektieren", schrieb der stellvertretende Premierminister des Bundesstaates New South Wales, John Barilaro, am Montag auf Twitter.

Eine Online-Petition, die eine Absage des Feuerwerks in der Küstenmetropole fordert, hatte bis zum Dienstagmorgen mehr als 281.000 Unterschriften bekommen.

Die Premierministerin von New South Wales, Gladys Berejiklian, und eine Sprecherin der Stadt Sydney hatten sich für das Feuerwerk ausgesprochen, wenn die Behörden es für sicher halten.

Die Pyrotechnik-Show zieht jedes Jahr über eine Million Besucher in den Hafen von Sydney und verhilft der Stadt so zu Einnahmen von rund 130 Millionen Australischen Dollar.

Mehr zum Thema Feuerwehreinsätze:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0