Feuer zerstören Existenzen in Sachsen

Am Sonntagmorgen stand dieser Supermarkt plötzlich in Flammen.
Am Sonntagmorgen stand dieser Supermarkt plötzlich in Flammen.

Von Andrzej Rydzik

Leipzig/Leisnig - Immer wieder Holzhausen, immer wieder Großbrände: Sonntagnacht gegen 4 Uhr stand ein Supermarkt im Leipziger Stadtteil in Flammen, brannte trotz Feuerwehr-Großaufgebot nieder.

Im mittelsächsischen Leisnig musste zudem ein Tischler (39) zusehen, wie ein verheerendes Feuer seine Existenz zunichtemachte. Einmal mehr geht der Schaden in die Hunderttausende Euro.

Die Angst vor dem Feuerteufel ist wieder da. Im Südosten der Messestadt kehrt einfach keine Ruhe ein. Seit 2013 musste die Freiwillige Feuerwehr in Holzhausen mehr als 30 Brände löschen. In den meisten Fällen ermittelte die Kripo wegen Brandstiftung.

Als die Polizei im Juni den 18-Jährigen Feuerwehrmann Marco Sch. festnahm, glaubten viele, die unheimliche Brandserie sei ausgestanden. Gegen ihn wurde kürzlich Anklage wegen Brandstiftung in vier Fällen erhoben. Alle Feuer hatte er im Frühjahr 2015 gelegt.

Doch Sonntagmorgen brannte es wieder. Ein Supermarkt in der Arthur-Polenz-Straße stand lichterloh in Flammen. Brandursache? Die lässt sich noch nicht konkret bestimmen.

„Wir ermitteln vorerst in alle Richtungen. Brandstiftung ist demzufolge auch nicht ausgeschlossen. Brandursachenermittler werden nach Spuren im bis auf die Grundmauern niedergebrannten Gebäude suchen“, erklärt ein Polizeisprecher in Leipzig.

Ob es einen Zusammenhang zur etwa fünf Kilometer entfernten Gartenkneipe „Sonnenwinkel“ im Stadtteil Stötteritz gibt, die Freitagnacht ausbrannte, wird ebenfalls geprüft. Warum das beliebte Lokal in Flammen aufging, ist ebenfalls noch unklar.

Der Tischler steht vor den Ruinen seiner Existenz.
Der Tischler steht vor den Ruinen seiner Existenz.

Existenzängste hat nunmehr Tischler Torsten Kluge (39) aus Röda bei Leisnig.

Sonntagnacht gegen 2 Uhr brach ein Feuer aus noch ungeklärter Ursache in seiner Werkstatt auf einem Vierseithof aus. „Ich bin völlig fertig“, so Tischler Torsten Kluge.

„Ich habe Sonnabend noch überall den Strom abgestellt. Ein Brandursachenermittler sagte mir, dass das Feuer in der Mitte der Werkstatt ausgebrochen sei. Wenn die Versicherung den Schaden zahlt, will ich alles wieder aufbauen.“

Der Tischler hat auch Wut auf die örtliche Feuerwehr in Leisnig, die sich beim Löschen besonders dilettantisch angestellt haben soll.

Kluge: "Ein Hydrant war kaputt. Warum die Kameraden das Löschwasser nicht aus der angrenzenden Freiberger Mulde genommen haben, ist mir ein Rätsel“

Der Schaden wird wohl auch bei diesem Brand 100.000 Euro übersteigen.

Fotos: Holger Baumgärtner, Fotojump


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