Doch fünf Verletzte! Warum brach das Feuer im ICE aus?

Dierdorf/Montabaur – Nach dem Brand in einem ICE im Westerwald (TAG24 berichtete) ist die Ursache des Feuers laut Bundespolizei noch unklar. Derzeit seien Spezialisten vor Ort, sagte ein Sprecher am Freitag in Dierdorf (Rheinland-Pfalz). Es gab fünf Leichtverletzte bei der Evakuierung des Zuges, die ein Bundespolizist übernommen hatte.

Nach der Löschung des Brandes beginnt die Ursachenforschung.
Nach der Löschung des Brandes beginnt die Ursachenforschung.  © DPA

Es sei auch ein Hubschrauber im Einsatz, "um einen Überblick zu bekommen vom Schadensort". Der ICE sei beschlagnahmt.

Ermittelt werden soll vor allem, wann der Zug zuletzt in der Inspektion gewesen ist und ob es dort Auffälligkeiten gab. Beim Aussteigen verletzte sich laut Polizei ein Reisender am Sprunggelenk, vier weitere hatten Kreislaufprobleme wegen der Aufregung.

Ein mitfahrender Beamter der Bundespolizei hat die Evakuierung des brennenden ICE auf der Schnelltrasse von Frankfurt nach Köln maßgeblich in die Hände genommen. Nach den Worten des Sprechers Christian Altenhofen bemerkte sein uniformierter Kollege den Rauch in dem Wagen und leitete die Rettung ein.

Die Schwierigkeit zu dem Zeitpunkt sei unter anderem gewesen, dass der Zug im Westerwald noch an der Stromleitung hing. Der Bundespolizist habe um diese Gefahr gewusst und auch im Blick gehabt, dass in der Gegenrichtung noch Züge unterwegs sein könnten.

Er habe daher die Menschen in einem bestimmten Korridor und in eine bestimmte Richtung aussteigen lassen.

Nach den Worten des Kreisfeuerwehrinspekteurs Werner Böcking waren zudem weitere Mitglieder von Hilfsorganisationen an Bord, sie konnten die Evakuierung routiniert begleiten.

Ende der Streckensperrung noch offen

Das Feuer zerstörte den letzten Zugteil komplett.
Das Feuer zerstörte den letzten Zugteil komplett.  © DPA

Noch sei offen, wann die Bahnstrecke wieder freigegeben werden könne. "Wir müssen erstmal diesen relativ großen Ereignisort absuchen", sagte der Sprecher.

Dann müsse das Wrack abgeschleppt werden, womöglich sei auch das Gleisbett beschädigt worden.

Auf jeden Fall seien die Oberleitungen abgerissen. Die Unglücksstelle liegt in der Nähe der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen.

Auf der A3 wurde im Verlauf des Vormittags die Fahrtrichtung Köln wieder freigegeben, später nach und nach auch zwei von drei Fahrstreifen Richtung Frankfurt.

Die Unglücksstelle liegt in der Nähe der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen.

ICE-Strecke zwischen Köln und Frankfurt

Der ausgebrannte Zug ist beschlagnahmt und wird untersucht.
Der ausgebrannte Zug ist beschlagnahmt und wird untersucht.  © DPA

Erst Anfang August war es zu einer Sperrung auf der ICE Strecke Köln-Frankfurt gekommen.

Damals war zwischen Hennef (Sieg) und Troisdorf in Nordrhein-Westfalen ein Böschungsbrand ausgebrochen, hatte sich wegen der Dürre schnell ausgebreitet und sogar auf Häuser übergegriffen.

Insgesamt wurden 32 Menschen verletzt, acht Gebäude teils massiv beschädigt.

Titelfoto: DPA


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