Feuerhölle Australien: Muss das Dschungelcamp jetzt abgesagt werden?

Brisbane/Köln - Diesen Freitag soll die neue Staffel der erfolgreichen RTL-Show "Das Dschungelcamp" starten. Erste Dreharbeiten in Australien laufen bereits. Doch die australischen Buschfeuer machen die Ausstrahlung nun ungewiss.

Der Buschbrand in Bairnsdale, Australien.
Der Buschbrand in Bairnsdale, Australien.  © Glen Morey/dpa

Seit 15 Jahren schon ist die an der australischen Ostküste gedrehte RTL-Show ein Publikumsliebling im deutschen Fernsehen. Viele Fans warten das ganze Jahr auf die Ausstrahlung der Live-Show.

Jedoch nur einige hundert Kilometer vom Drehort im Dschungel entfernt, spielt sich gerade eine Tragödie ab.

Gewaltige Buschbrände haben in Australien seit dem Herbst große Flächen des Kontinents zerstört.

Millionen Tiere und mehrere Dutzend Menschen sind seitdem qualvoll gestorben oder haben ihr Zuhause verloren.

In vielen Gebieten des Landes konnten die Brände immer noch nicht gestoppt werden.

Angesichts dieser Katastrophe, diskutieren jetzt Politiker und Promis, ob das Dschungelcamp dieses Jahr pausieren sollte oder zumindest den Drehort wechseln sollte.

Wie Bild berichtet, fordert der SPD-Politiker Karl Lauterbach einen Wechsel des Drehorts: "Ich finde es angemessen, während dieser Brände die Sendung Dschungelcamp, die ich persönlich aber auch grundsätzlich entbehren könnte, dort nicht weiter zu drehen."

SPD-Politiker Karl Lauterbach fordert die Absage der TV-Show.
SPD-Politiker Karl Lauterbach fordert die Absage der TV-Show.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

CDU-Medienexperte Johannes Selle (63) holt besonders aus: "Die Geschmacklosigkeit, im Dschungel um Kochstellen zu lümmeln und rauchende Gestalten rumlaufen zu sehen, wird nur noch vom Titel der Sendung ‚Holt mich hier raus‘ an Sarkasmus übertroffen."

Selbst die Dschungelpromis teilen die Kritik.

Schauspielerin Ingrid van Bergen (88), Dschungelkönigin von 2009, sagt gegenüber BILD: „Das Dschungelcamp muss abgesagt und verschoben werden! In Australien ist im Moment die Hölle los. Da sind schon 300 000 Tiere verbrannt, das ist ganz furchtbar. In die absolute Katastrophe passt jetzt keine solche Spaßsendung. Der Schutz der Lebewesen hat absoluten Vorrang.“

Ex-Dschungelkönig von 2011, Peer Kusmagk (44), versteht ebenfalls die Kritik: "Ich gucke in diesen Tagen mit sehr gemischten Gefühlen nach Australien. Einerseits bereitet RTL dort die größte Show des deutschen Fernsehens vor. Auf der anderen Seite sterben dort nicht nur sehr viele Menschen, sondern auch sehr viele Tiere und unsere Umwelt ist in akuter Gefahr. Das ist ein großes Problem, da überhaupt Vorfreude für das diesjährige Dschungelcamp aufkommen zu lassen."

Der beliebte Arzt des Dschungelcamps, Bob McCarron - auch bekannt als Dr. Bob -, hingegen verteidigt laut Promipool die Ausstrahlung: "Die Brände sind hunderte Kilometer entfernt, wir sind hier sicher. Außerdem ist die Arbeit vor Ort für viele meiner australischen Kollegen eine wichtige Einnahmequelle."

Was sagt RTL dazu?

Daniel Hartwig und Sonja Zietlow moderieren die Show.
Daniel Hartwig und Sonja Zietlow moderieren die Show.  © Marius Becker/dpa

Der Sender hat laut Bild bereits auf die aktuelle Lage mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen reagiert.

Statt romantischem Lagerfeuer gibt es in dieser Staffel nur noch eine Gaskochstelle.

Außerdem dürfen die Dschungelpromis nur im Campcenter rauchen. Es wurden zwei Alarmsysteme mit Sirenen eingerichtet, die alle Campbewohner über einen Notfall benachrichtigen.

Zudem wurden alle Personen im Camp darüber informiert, wie sie sich zu verhalten hätten, um einen Brand zu verhindern.

Ein offizielles Statement, ob die Live-Show trotz der Brandkatastrophe weiter produziert wird, gibt es allerdings noch nicht.

Lediglich am Montag äußerte sich RTL laut Express:

"Wir verfolgen die dramatische Situation in Australien genau. Das Areal, auf dem das Dschungelcamp in Australien liegt, ist von den Buschbränden nicht betroffen. Es ist auch nahezu ausgeschlossen, dass die Brände das Gebiet des Dschungelcamps erreichen können. Die Show wird ab dem 10. Januar daher wie geplant stattfinden können. (...)"

Ob RTL dem zunehmenden Druck aus Politik und Gesellschaft aber weiter standhält, bleibt abzuwarten.

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