Feuerwehr kann nicht ausrücken, weil Fahrer fehlen

Hoyerswerda - Viele Freiwillige Feuerwehren leiden unter akutem Personalmangel. Darüber kann die Freiwillige Feuerwehr Laubusch (Sachsen) eigentlich nicht klagen: 22 Kameraden hat die Wehr, auch die Jugendfeuerwehr ist mit 15 Nachwuchskräften bestens ausgestattet.

Doch die Kameraden haben trotzdem ein Riesenproblem: Bereits zweimal hintereinander konnte die Wehr nicht ausrücken, denn alle Maschinisten waren verhindert.

Wehrleiter Roland Glausch (33, l.) hat zwar genug Männer, doch fehlen bei Einsätzen oft die Maschinisten.
Wehrleiter Roland Glausch (33, l.) hat zwar genug Männer, doch fehlen bei Einsätzen oft die Maschinisten.  © Henry Gbureck

11. September, 6.35 Uhr: Die Pieper bei den Feuerwehrmännern springen an, die Brandmeldeanlage einer Dämmstoff-Fabrik in Laubusch meldete ein Feuer, doch die örtliche Feuerwehr kann nicht ausrücken, die Feuerwehr Lauta und Hoyerswerda muss allein kontrollieren.

"Wir hatten keinen Maschinisten zur Verfügung", sagt Ortswehrleiter Roland Glausch (33). "Alles waren bereits arbeiten."

Die Maschinisten sind bei den Feuerwehren, diejenigen die die schweren Löschfahrzeuge fahren dürfen. Fünf davon hat die Feuerwehr in Laubusch zur Verfügung.

"Die meisten arbeiten allerdings in Schichtarbeit", so der Feuerwehr-Chef. "Besonders Nachmittags wird es bei uns deshalb eng."

So musste die Wehr nur einen Tag später wieder stehen bleiben: Diesmal wurde ein Renault in Lauta vermutlich mit Buttersäure attackiert (MOPO berichtete) - Laubusch sollte unterstützen, doch es gab wieder keinen Fahrer.

Das Problem ist bereits seit 2011 bekannt. Deshalb hatte das Innenministerium die Expertengruppe "Freiwillige Feuerwehren 2020" zusammengestellt, die unter anderem die Zusammenlegung von Feuerwehren, und die Kooperation mit Arbeitgebern vorschlug.

In Laubusch soll jetzt der sogenannte Feuerwehr-Führerschein, die vom Staat geförderte Fahrerlaubnis für die schweren Fahrzeuge, helfen: "Wir schicken nächstes zwei unsere Kameraden auf den Lehrgang", so Glausch. "Dann sollte es wieder passen."

Zweimal hintereinander konnte die Laubuscher Ortsfeuerwehr nicht ausrücken.
Zweimal hintereinander konnte die Laubuscher Ortsfeuerwehr nicht ausrücken.  © Henry Gbureck

Titelfoto: Henry Gbureck

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