Martinshorn zu laut? Anonyme Verfasser drohen Feuerwehr

Mettmann – In einer anonymen E-Mail haben Anwohner der Feuerwehr Mettmann mit einer Anzeige wegen Körperverletzung gedroht - weil die Rettungskräfte mit Martinshorn zu einem abendlichen Feueralarm gefahren waren.

Einigen Anwohner war das Martinshorn der Feuerwehr Mettmann zu laut. (Symbolbild)
Einigen Anwohner war das Martinshorn der Feuerwehr Mettmann zu laut. (Symbolbild)  © 123rf/Simone Buehring

Die Feuerwehr veröffentlichte die E-Mail bei Facebook und erreichte ein gewaltiges Echo. Wenig später meldete sich bereits der nächste Beschwerdeführer.

Wie Feuerwehrchef Matthias Mausbach am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte, war die erste E-Mail kurz nach dem Einsatz am Freitagabend eingetroffen. Die Feuerwehr war wegen eines mutmaßlichen Hochhausbrands gerufen worden, der sich als angebranntes Essen herausgestellt hatte.

In der E-Mail, wie sie die Feuerwehr auf Facebook veröffentlichte, hieß es: "Sollte jetzt noch ein einziges Mal die Einsatzfahrzeuge in der lautesten Sirenenfrequenz durch die Innenstadt fahren, obwohl weder an der Kreuzung im Zentrum noch in der Bahnstraße noch in der verkehrsberuhigten Breite Straße weder Auto noch Fußgänger unterwegs waren (in Bild und Ton festgehalten), erstatten wir in Wohngemeinschaft von den betreffenden Bewohnern Anzeige wegen Körperverletzung."

Später werden die Rettungskräfte in der E-Mail als "Wilde" beschrieben, die man noch einmal "auf den Einsatz der Martinshörner" schulen solle. Unterschrieben war die Nachricht mit "die kranken Anwohner".

Laut Feuerwehrchef Mausbach kam am Wochenende noch eine zweite E-Mail mit ähnlichem Wortlaut, ebenfalls unterschrieben mit "Anwohner". Diesmal aber von einem namentlichen Account gesendet.

Ob die beiden Schreiben im Zusammenhang stehen, konnte Mausbach nicht sagen.

Update 17.30 Uhr: Auch Mettmanns Bürgermeister auf Seiten der Feuerwehr

Auch Mettmanns Bürgermeister Thomas Dinkelmann stellte sich am Montag hinter seine Feuerwehr: "Die Helfer müssen so schnell wie möglich an den Einsatzort kommen, um Menschen zu retten, Feuer zu löschen und Gefahren abzuwehren. Im Ernstfall zählt jede Sekunde", so Dinkelmann in einer Mitteilung.

Der Bürgermeister bittet die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis: "Es geht allein darum, den Einsatzort sicher und schnell zu erreichen, um Hilfe leisten zu können. Und die leistet unsere Feuerwehr auf hervorragende Art und Weise."

Update 17.00 Uhr: NRW-Innenminister Reul stellt sich hinter Feuerwehr

Der NRW-Innenminister Herbert Reul hat sich gegenüber der DPA klar positioniert. Der Für den Einsatz von Martinshorn und Blaulicht gäbe es klare Regeln. "Im konkreten Fall waren Martinshorn und Blaulicht rechtmäßig," so Reul am Montagnachmittag.

Es gehe beim Einsatz von Blaulicht und Martinshorn "oft um Menschenleben und immer um die Abwendung höchster Gefahr. Jeder, der einmal in einer Notsituation schnelle Hilfe benötigte, weiß das zu schätzen."

Matthias Mausbach, Leiter der Feuerwehr der Stadt Mettmann.
Matthias Mausbach, Leiter der Feuerwehr der Stadt Mettmann.  © Feuerwehr Mettmann /dpa

Mehr zum Thema Köln:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0