Mit diesem Teil saust die Feuerwehr bald über Sachsens Seen

Volle Kraft voraus: Die Spreetaler Jugendfeuerwehr übt für künftige Einsätze 
mit dem neuen Luftkissenboot.
Volle Kraft voraus: Die Spreetaler Jugendfeuerwehr übt für künftige Einsätze mit dem neuen Luftkissenboot.  © Andreas Weihs

Spreetal - Diesen Tag sehnte die Spreetaler Feuerwehr seit Jahren herbei. Das Hovercraft ist da. Bevor der Wasserrettungstrupp mit dem Schwebevehikel abheben und losdüsen kann, muss die Untere Wasserbehörde aber noch eine Frage klären: Ist ein Luftkissenfahrzeug nun ein Boot - oder ein Flugzeug?

"Der Hub-Motor ähnelt optisch einem Propeller", erklärt Gemeindewehrleiter Oliver Puls (37). Unter seiner Ägide wurde das Gefährt angeschafft. "Die rotierende Schraube pumpt Luft in eine Stoffschürze. Und der Schubmotor schiebt", beschreibt Wehrleiter Puls den Fortbewegungs-Mechanismus. Kurios: Durch den Hub-Antrieb hebt das Boot beim Fahren etwa 20 Zentimeter vom Boden ab.

Das Hovercraft darf bislang nur für Noteinsätze davonschweben. Denn für Übungszwecke hat die Untere Wasserbehörde im Landkreis Bautzen die umliegenden Seen noch nicht freigegeben. Die Verwaltung rätselt noch, ob ein Schwebefahrzeug als Boot oder Flugzeug zu klassifizieren ist.

Für Sachgebietsleiter Harald Geyer (40) ist das aber nur ein Nebenaspekt. "Entscheidend ist die rechtliche Regelung", sagt er. Einige Uferbereiche der Spreetaler Gewässer sind rutschungsgefährdet. Eigentümer ist die Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV), die die gefluteten Gruben aus dem Braunkohletagebau sichert und freigibt.

Sobald LMBV und Gemeinde einen Nutzungsvertrag für Motorboote abschließen, gibt die Untere Wasserbehörde grünes Licht. "Das ist nur eine Frage von Tagen", sagt Harald Geyer.

Momentan sind die Gewässer ohnehin noch zugefroren. Daher übt sich die Wasserrettungsgruppe in Geduld. Leiter Lutz Petrick (54) bereitet derweil die Einsätze vor. "Die Ufer sind teils zugewuchert", erklärt er. "Schilf stört nicht, aber Geäst muss weg." Petricks Jungs suchen nun nach geeigneten Wegen, um mit dem Luftkissenboot ins Wasser zu gelangen.

"Da haben die Maschinisten ganz schön zu tun." Immerhin, zusammen mit dem passenden Anhänger misst das Löschgruppenfahrzeug knapp 13 Meter.