Mehr Tote durch Brände: Sind Drogen und Alkohol schuld?

Hamburg - Die Entwicklung ist erschreckend: Immer mehr Menschen sterben in Hamburg durch Feuer.

Die Feuerwehr Hamburg hatte 2017 zwar weniger Brandeinsätze, dafür gab es aber mehr Tote zu beklagen.
Die Feuerwehr Hamburg hatte 2017 zwar weniger Brandeinsätze, dafür gab es aber mehr Tote zu beklagen.  © dpa/Bodo Marks

2017 kamen bei Bränden in der Hansestadt zwölf Menschen ums Leben, wie aus dem neuen Jahresbericht der Feuerwehr hervorgeht.

Das sind zwei mehr als im Jahr 2016. In diesem Jahr seien bereit neun Menschen bei Bränden gestorben, sagte der Leiter der Berufsfeuerwehr, Klaus Maurer.

Die Feuerwehr habe versucht, zusammen mit Brandermittlern des Landeskriminalamts die Ursache der Entwicklung zu ergründen. "Es ist keine Systematik erkennbar", sagte der Oberbranddirektor. Die Opfer kämen aus verschiedenen Stadtteilen und unterschiedlichen Schichten.

Allerdings gebe es Hinweise, dass in mehreren Fällen Alkohol- oder Drogenmissbrauch eine Rolle gespielt habe. Teilweise hätten in den Wohnungen auch Rauchmelder gefehlt, oder sie seien abgeklebt worden. Die Zahl der Brandverletzten sank von 345 auf 334.

Die Hamburger Feuerwehr rückte im vergangenen Jahr zu 11.178 Brandeinsätzen aus. Das waren weniger als im Vorjahr, als 11.702 Alarmierungen gezählt wurden.

Mehr als die Hälfte waren Fehlalarme. Immerhin sank die Zahl dieser eigentlich unnötigen Einsätze von 5954 auf 5703.

Zahlreiche Brände musste die Feuerwehr auch bei den G20-Ausschreitungen löschen.
Zahlreiche Brände musste die Feuerwehr auch bei den G20-Ausschreitungen löschen.  © dpa/Axel Heimken

Wenn die Feuerwehr mit Blaulicht losfährt, geht es allerdings in den weitaus meisten Fällen (88 Prozent) um Rettungseinsätze. Diese summierten sich auf 253.801.

Die Gesamtzahl der Einsätze stieg von 286.464 auf 288.514 um 0,7 Prozent. Für den Anstieg seien vor allem die Herbststürme "Sebastian", "Xavier" und "Herwart" verantwortlich.

Der G20-Gipfel brachte der Hamburger Feuerwehr ihren größten geplanten Einsatz in der Nachkriegsgeschichte, wie Maurer sagte. In den Tagen vom 6. bis 8. Juli musste sie 461 Rettungseinsätze bewältigen. Allein am 7. Juli hätten an der Elbchaussee rund 20 Autos lichterloh gebrannt, heißt es im Jahresbericht. Zeitgleich habe die Fassade des Möbelhauses Ikea in Altona im Vollbrand gestanden.

Am selben Morgen hatte die Feuerwehr 15 verletzte G20-Gegner ins Krankenhaus gebracht, die auf der Flucht vor der Polizei im Stadtteil Bahrenfeld über ein Geländer klettern wollten.

Im Zusammenhang mit der Bautätigkeit in Hamburg sondierte die Feuerwehr mehr als 830.000 Quadratmeter Fläche auf gefährliche Altlasten des Zweiten Weltkriegs. Der Kampfmittelräumdienst beseitigte gut 10,3 Tonnen Bomben, Granaten und sonstige Munition. Das war fast dreimal so viel wie im Vorjahr (3,7 Tonnen). Die Explosivmasse, also der reine Sprengstoff, vervierfachte sich beinahe von 1,5 auf rund 5,6 Tonnen.

Um die Bürger Hamburgs auch in Zukunft gut schützen zu können, verstärkt die Feuerwehr ihr Personal. Derzeit hat sie 3039 Mitarbeiter (2016: 2944). Bis 2021 sollen 200 hinzukommen.

Neben der Berufsfeuerwehr gibt es in Hamburg 86 Freiwillige Feuerwehren mit 2630 Angehörigen sowie 5 Werksfeuerwehren mit 470 Mitarbeitern.

Titelfoto: dpa/Bodo Marks


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0