Feuerwehren müssen um Nachwuchs kämpfen

Wenn es an Weihnachten brennt muss die Feuerwehr schnell vor Ort sein. Dafür braucht es viel Nachwuchsarbeit. (Symbolbild)
Wenn es an Weihnachten brennt muss die Feuerwehr schnell vor Ort sein. Dafür braucht es viel Nachwuchsarbeit. (Symbolbild)  © DPA

Erfurt - Thüringer müssen bei Bränden keine Angst vor fehlender Feuerwehr haben. Das gilt auch über die Feiertage.

"Die meisten Kameraden sind über die Weihnachtstage ja vermutlich selbst zu Hause und im Notfall schnell einsatzbereit", sagte Karsten Utterodt, Pressesprecher des Feuerwehr-Verbandes Thüringen, der dpa.

Allerdings spüren die Wehren im Freistaat einen langsamen, aber sicheren Aderlass. "Jeweils rund 1,8 Prozent der Kameraden sind in den vergangenen beiden Jahren aus dem Eisatzdienst ausgeschieden", so Utterodt.

Dieser Trend halte schon seit einiger Zeit an. Hinzu komme, dass aus den Jugendfeuerwehren nur spärlich Ersatz nachwachse: Von 10 Mitgliedern landet nur ein Junge oder Mädchen tatsächlich bei den Feuerwehren.

Auch die Zahlen des Thüringer Innenministeriums bestätigen die Entwicklung. Waren 2015 noch 35.693 Feuerwehrleute im aktiven Dienst, so ging deren Zahl im vergangenen Jahr auf 34.471 zurück.

Bei den Jugendfeuerwehren stellt sich die Situation etwas günstiger dar. Waren 2012 erst 11.131 Mädchen und Jungen bei der Jugendfeuerwehr, so waren es 2016 11.702 junge Leute.

Doch spätestens wenn die erste Liebe lockt, eine Ausbildung ansteht oder ein Studium in einem anderen Bundesland, kehrt die Mehrzahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Feuerwehren den Rücken.

Diese leiden auch darunter, dass noch immer aktive Feuerwehrleute aus beruflichen Gründen in den Westen gehen. Erst kürzlich seien zwei Kameraden aus seiner Wehr nach Baden-Württemberg gewechselt. Umgekehrt sei ein aktiver Feuerwehrmann aus dem Bundesland nach Thüringen gekommen.

Titelfoto: DPA


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