Cristian Fiél: Dynamo Dresden ist meine letzte Station

Daumen hoch! Christian Fiel hatte Spaß am Mopo-Telefon.
Daumen hoch! Christian Fiel hatte Spaß am Mopo-Telefon.

Dresden - Dynamo-Kapitän, Fußballgott, Publikumsliebling, Routinier, Leitwolf. Im September wurde alles gebündelt: Cristian Fiel wurde von Ihnen, liebe Leser, zum „Spieler des Monats“ gewählt.

Danach stellte sich der 34-Jährige Ihren Fragen - und beantwortete jede gut gelaunt und geduldig. Fast immer bildeten sich geradezu freundschaftliche Dialoge zwischen dem Profi und seinen Fans. Hier einige Auszüge.

Matthias Kubasch aus Neukirch: „Nach dem Abstieg gab es doch sicher Anfragen anderer Vereine. Warum sind Sie hier geblieben?“
Fiel: „Ich habe Familie, einen achtjährigen Sohn und eine fünfjährige Tochter. Wir fühlen uns in Dresden unglaublich wohl. Ich bin jetzt 34 und werde nicht mehr ewig Fußball spielen. Dynamo wird sicherlich meine letzte Station sein.“

„Wie komme ich an ein Original-Trikot von Ihnen ran?“
Fiel: „Am besten, Sie gehen in den Fanshop und kaufen sich eins. Ich signiere das dann gern, kommen Sie einfach beim Training vorbei. Bei den Trikots, die ich in den Spielen trage, gibt es schon eine lange Warteliste, auf der Freunde und Bekannte von mir stehen. Wenn ich die abarbeiten müsste, würde ich in drei Jahren noch nicht fertig sein.“

Volker Elze aus Lödderitz (bei Dessau): „Glückwunsch zu Ihrer Wahl. Ich bin seit 41 Jahren Fan und es macht momentan richtig Spaß, Euch zuzuschauen. Aber ich mache mir Sorgen um Justin Eilers. Wie kann Dynamo den halten?“
Fiel: „Wir wissen, dass er bei einigen auf dem Zettel steht und hoffen trotzdem, dass er so weiter kickt auch auf die Gefahr hin, dass er weg geht. Doch wir werden es ihm so schwer wie möglich machen und versuchen, dass es ihm einfach zu gut bei uns gefällt. Doch ehrlich: Wenn ein Erst- oder Zweitligist anfragt, kann man als Verein nicht viel machen.“

„Mit Ralf Minge und Dixie Dörner sind endlich mal Leute oben dran, bei denen es kein Chaos gibt.“
Fiel: „Ich bin auch darüber froh. Aber trotzdem muss ich sagen: Selbst wenn‘s im Verein Theater gibt: Ertönt der Anpfiff auf dem Rasen, vergisst Du als Fußballer ohnehin alles ringsrum.“

Catrin Fuchs aus Coswig: „Warum küssen Sie vor Standards den Ball?“
Fiel: „Vor vielen Jahren brauchten wir dringend ein Tor und ich hab‘s vor einer Ecke gemacht. Weil es damals geklappt hat, habe ich es aus Aberglaube beibehalten. Manchmal hilft‘s.“

Wolfgang Hensel aus Dresden: „Kannten Sie die Regel mit dem Gelb und dem Gelb-Rot fürs Trikotausziehen und fürs Jubeln? Und wie sieht’s bei Sylvano Comvalius aus?“
Fiel: „Ich kenne die Regel, aber Sylvano kannte sie nicht. Aber der hat auch schon in Ländern gekickt, von denen wir noch nie was gehört haben. Dort ist das bestimmt nicht so.“

Rosi Zimmermann aus Dresden: „Mein Sohn ist Torhüter bei Dixie Dörners Einheit Mitte. Können Sie ihm ein paar Handschuh von Benny Kirsten besorgen?“
Fiel: „Da müssen Sie schon für ihn voten und hoffen, dass er in einem Monat hier sitzt. Dann können Sie ihn selber fragen.“

Denny Franz aus Dresden: „Klappt es mit dem Aufstieg?“
Fiel: „Frag‘ mich vorm letzten Spieltag noch mal! Bis dahin werden noch viele Punkte vergeben, ich hoffe, wir holen genug.“

„Sie haben schon viele Trainer kennen gelernt. Wer war der bisher beste?“
Fiel: „Ganz klar Dieter Hecking in Aachen - von der Trainigsarbeit, vom Profisein, vom Willen her. Nicht aus Zufall ging es mit ihm Schritt für Schritt nach oben.“

Thomas Karbe aus Schweinerben: „Sie spielen mit vielen jungen Burschen. Kann man von denen noch was lernen?“
Fiel: „Man lernt ein Leben lang, auch als Fußballer. Unser Zusammenspiel macht momentan richtig Spaß. Die Chemie, die Harmonie, die Mischung - alles stimmt.“

„Für meine Kinder sind Sie ein Vorbild, sie geben sich beim Fußball die Namen der Dynamos. Macht Sie so etwas stolz?“
Fiel: „Na klar. Auch dafür ist man Fußballer. Wegen uns kommen die Leute ins Stadion und es ist schön, wenn sie zufrieden nach Hause gehen.“

Fotos: Holm Helis


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