Fußball-Klassiker FIFA 20 im Test: Das sind die Neuerungen

Stuttgart/Leipzig - Am kommenden Freitag erscheint mit "FIFA 20" endlich die neue Ausgabe der weltweit beliebtesten Fußball-Simulation auf dem Markt. Und die Entwickler von EA Sports versprechen einiges: Straßenfußball, ein besserer Karrieremodus, Neuerungen in Ultimate Team und ein authentischeres Gameplay. Wir haben das Spiel für Euch getestet.

Überraschung: Mit VOLTA kehrt Ihr auf den Bolzplatz zurück!

Ob auf einem Hochhausdach in Tokio, in einer Unterführung in Amsterdam oder einem Londoner Fußballkäfig: Im neuen VOLTA-Modus kickt Ihr auf den coolsten Plätzen.
Ob auf einem Hochhausdach in Tokio, in einer Unterführung in Amsterdam oder einem Londoner Fußballkäfig: Im neuen VOLTA-Modus kickt Ihr auf den coolsten Plätzen.  © EA Sports

Von 2005 bis 2012 gab es (mit Unterbrechungen) mehrere separate FIFA-Ableger, die den Fußball auf die Straße brachten. Nach sechs Jahren Pause ist dieser jetzt zurück und die größte sowie überraschendste Neuerung!

Inspiriert von den Bolzplätzen der Welt habt Ihr jetzt die Möglichkeit, auf Feldern vor teils spektakulären Kulissen quer über den Globus zu kicken. Ein Hochhausdach in Tokio, ein Londoner Fußballkäfig, eine Unterführung in Amsterdam: hier schlägt das Futsal-Herz höher.

EA verspricht: "Das VOLTA-Gameplay bietet neue Tools, mit denen du in den Flow der Straße eintauchen kannst, darunter vereinfachte Flicks und Spezialbewegungen, neue Flair-Animationen und sogar die Option, Wände ins Spiel einzubeziehen."

Flott geht es hin und her, je nach Modus (3 gegen 3, 4 gegen 4, 5 gegen 5) und der Größe des Platzes sind zehn und mehr Tore innerhalb von sechs Minuten keine Seltenheit.

Definitiv eine coole Neuerung, die Euch vom riesigen Stadion aufs kleine Feld bringt.

Langersehnte Änderungen im Karrieremodus

 Die Antworten, die Ihr im Karrieremodus bei den Pressekonferenzen gebt, verändern die Moral Eurer Mannschaft oder eines einzelnen Spielers.
Die Antworten, die Ihr im Karrieremodus bei den Pressekonferenzen gebt, verändern die Moral Eurer Mannschaft oder eines einzelnen Spielers.  © EA Sports

"Umfassende Innovationen" hat Electronic Arts (EA) mit seiner 28. Ausgabe aus der FIFA-Reihe versprochen.

Im Karrieremodus gibt es tatsächlich einige Veränderungen, die nach jahrelanger Kritik aus der Fanszene nun umgesetzt wurden. Die letzte große Überarbeitung hatte es schließlich in FIFA 16 gegeben.

Eine der Neuerungen sind Pressekonferenzen vor und nach den Spielen, die zumindest authentischer sind als die des Vorgängers. Und endlich erfüllen diese auch einen Zweck. Denn je nach Antwort auf die jeweils drei Pressefragen verändert sich die Moral der Mannschaft oder eines einzelnen Spielers. Also: Vorsicht mit Euren Antworten!

Auch kommt es fortan zu Gesprächen mit den eigenen Akteuren. Egal ob Wechselwunsch oder Unzufriedenheit über zu wenige Einsätze: Ihr müsst den passenden Satz parat haben. Zugegeben, insgesamt ist diese Funktion und die (meist positiven) Konsequenzen zu einfach, um es komplett authentisch wirken zu lassen. Aber immerhin geht EA damit neue Wege.

 Manchester Citys Raheem Sterling (am Ball) im Laufduell mit den BVB-Spielern Axel Witsel (links) und Mats Hummels.
Manchester Citys Raheem Sterling (am Ball) im Laufduell mit den BVB-Spielern Axel Witsel (links) und Mats Hummels.  © EA Sports

Die gehen die US-amerikanischen Entwickler auch mit einem dynamischen Spielerpotenzial.

Bisher waren diese Werte von vornherein festgeschrieben. Damit ist jetzt Schluss! Je nach Karriereverlauf (Anzahl der Einsätze, persönlicher und Team-Erfolg) kann sich das Potenzial verringern oder vergrößern – einer der Wünsche aus der großen Community.

Weiterhin gibt es schon zu Beginn einer neuen Karriere die Möglichkeit, den Trainer-Avatar bis ins allerkleinste Detail zu erstellen.

Für Augen, Kinn, Mund, Teint und die Kleidung gibt es eine große Auswahl. Und sogar Frauen können ab sofort an der Seitenlinie stehen.

Schöner Nebeneffekt: Die bisherigen vier Speicherplätze wurden auf zehn erhöht, die rumänische Liga, unter anderem mit dem in Europa bekannten CFR Cluj ist neu dabei.

Hinzu kommen allein 13 neue Stadien in Deutschland. EA hat aber auch einstecken müssen und die Lizenz an Juventus Turin an Konkurrent Konami (Pro Evolution Soccer) verloren. Die Alte Dame heißt bei FIFA 20 "Piemonte Calcio" mit Fantasielogo, aber die Spieler tragen die Originalnamen.

Saison-Aufgaben und Erfahrungspunkte in Ultimate Team

Die italienische Fußball-Legende Andrea Pirlo bekommt in FIFA 20 Ultimate Team eine eigene "Icon"-Karte, die sehr selten und wertvoll sind.
Die italienische Fußball-Legende Andrea Pirlo bekommt in FIFA 20 Ultimate Team eine eigene "Icon"-Karte, die sehr selten und wertvoll sind.  © EA Sports

In Ultimate Team, dem beliebtesten Spielmodus von FIFA, gibt es vor allem eine große Neuerung: Die Saison-Aufgaben.

Im Laufe von FIFA 20 wird es verschiedene Saisons in Ultimate Team geben. Die erste ist bereits gestartet und läuft bis Ende Oktober.

Jede Saison bringt unterschiedliche Aufgaben mit sich. Erledigt ein Spieler eine davon, wird er mit Erfahrungspunkten belohnt.

Hat man genug Erfahrungspunkte gesammelt, steigt man in der laufenden Saison ein Level auf und erhält Belohnungen, wie z.B. Spielerpacks, neue Trikotsätze und vieles mehr.

Für viele Aufgaben hat man die ganze Saison lang Zeit, doch ein paar sind nur vorübergehend verfügbar und an Ereignisse geknüpft. Beispielsweise läuft gerade die "Oktoberfest"-Aufgabe, bei der als Belohnung hübsche Heimtrikots im Trachten-Stil warten.

Gameplay-Veränderungen: Authentischer Spielfluss und neue Ballphysik

 Bei Freistößen gibt es jetzt eine Zielmarkierung, sowie die Möglichkeit, den Effet des Balles noch genauer zu bestimmen.
Bei Freistößen gibt es jetzt eine Zielmarkierung, sowie die Möglichkeit, den Effet des Balles noch genauer zu bestimmen.  © EA Sports
Ansonsten gibt es wie schon bei FIFA 19 jedes Wochenende die "Weekend League", sowie die bekannten Ultimate Team-Spielmodi.

Ein Tipp für Einsteiger: Am Anfang lohnt es sich, mit einem eher schwächeren Team im "Squad Battle"-Modus zu spielen, um sich diverse Packs zu erspielen und seine Mannschaft stückweise zu verbessern.

In Sachen Gameplay fühlt sich FIFA 20 merklich anders an als sein Vorgänger.

Was besonders auffällt, ist die überarbeitete Physik des Balles. Es gibt, je nach gewähltem Schuss, neue Flugbahnen, die von Flatterball über Bogenlampen hin zu kraftvollen Direktabnahmen reichen.

Außerdem bieten sich dem Spieler im 1-gegen-1-Duell mit Seitwärtsdribblings neue Möglichkeiten für das Offensivspiel. Defensiv hilft die intelligentere Unterstützung der KI, sowie das "Controlled Tackling"-Feature, das saubere Zweikämpfe und gutes Stellungsspiel belohnt.

Auch bei den Standards wurde etwas verändert: Führt man Freistöße und Elfmeter aus, hat man jetzt einen Zielmarkierung und kann mit Hilfe des rechten Sticks noch den gewünschten Effet bestimmen.

Ansonsten entstand beim Test noch der erste Eindruck, dass die allgemeine Spielgeschwindigkeit gegenüber FIFA 19 etwas langsamer geworden ist.

Fazit: Allein schon durch die zahlreichen Lizenzen (mehr als 30 Ligen, 700 lizenzierte Teams, 17.000 authentische Spielergesichter, original Champions- und Europa League) führt auch in diesem Jahr kein Weg an FIFA 20 vorbei - jedenfalls nicht für diejenigen, die darauf Wert legen. Grafisch gesehen hat allerdings PES noch immer die Nase vorn, immerhin wirken die Fans im Stadion deutlich realistischer als noch bei FIFA 19. Mit VOLTA präsentierte EA die größte Neuerung und auch im Gameplay gibt es (wenn auch eher kleine) Schritte nach vorn.

Facts:

  • Spiel: "FIFA 20"
  • Publisher: EA Sports
  • Genre: Fußball-Simulation
  • Plattform: PS4, XBoxOne, PC, Switch
  • USK: Ohne Altersbeschränkung
  • Preis: rund 60 Euro (Amazon)
 Manchester Citys Raheem Sterling (links im Bild) und Dortmunds Jadon Sancho (rechts im Bild) stehen zusammen mit "FIFA 20"-Cover-Star Eden Hazard von Real Madrid auf einem VOLTA-Streetplatz.
Manchester Citys Raheem Sterling (links im Bild) und Dortmunds Jadon Sancho (rechts im Bild) stehen zusammen mit "FIFA 20"-Cover-Star Eden Hazard von Real Madrid auf einem VOLTA-Streetplatz.  © EA Sports

Titelfoto: EA Sports

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