Keine Infos zu Flüchtlingen. OB Findeiß kritisiert Sachsen

Pia Findeiß (59, SPD)
Pia Findeiß (59, SPD)

Zwickau - Die Stadt Zwickau bekommt eine Erstaufnahmeeinrichtung für 700 Flüchtlinge. Der Umstand, dass nicht einmal die Stadtspitze darüber Bescheid wusste, stößt in Zwickau auf Unverständnis.

Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (59, SPD): „Wir verweigern uns in keinster Weise den Herausforderungen, die durch die steigende Zahl von Asylbewerbern entstanden sind, und sind grundsätzlich bereit, an Lösungen mitzuarbeiten. Umso bedauerlicher ist, dass wir nicht in die Planungen des Freistaates einbezogen waren.“

Laut Stadtsprecher Mathias Merz (46) habe es Donnerstagabend ein Gespräch zwischen OB Findeiß und Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (41, SPD) gegeben. Ein Treffen mit Vertretern Sachsens sei für die nächste Woche vereinbart worden.

Wo die Erstaufnahmeeinrichtung hin soll, ist noch unklar.

Falsche Politik

Kommentar von Falk Ester

Sachsen lieben die Heimat. Sie sind vorsichtig, wenn viele Fremde kommen. Vorsichtig, weil es Unbekannte sind. Nicht mehr und nicht weniger.

Der für Flüchtlingsaufnahme zuständige Freistaat stellt sich in diesem Spannungsfeld ungeschickt an: Zwickau hatte im Vorfeld keine Infos, dass eine Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) kommt. Die OB ist überrumpelt. Fehlende Infos vom Freistaat: ein Problem, das die Chemnitzer OB seit Jahren auf die Palme treibt.

Außerdem: Wenn Medien in die Chemnitzer EAE wollen, Schicksale zeigen, mit Flüchtlingen reden, blockt der Freistaat ab. Wie aber soll ich die Angst vor den Fremden überwinden, wenn ich sie nicht kennenlernen darf?

Zwickauer sind genauso wenig fremdenfeindlich wie Chemnitzer oder Schneeberger. Sie können aber durch falsche Politik in die Arme der Nazis getrieben werden.

Fotos: DPA, pp


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