Sex-Partner egal: Fische erzeugen immer mehr neue Arten

Cambridge (Großbritannien) - 1300 Unterarten der Buntbarsche sind bereits bekannt, doch es kommen stetig neue hinzu, weil die Weibchen gar nicht wählerisch sind.

Orangene und blaue Buntbarsche schwimmen in einem Aquarium (Symbolbild).
Orangene und blaue Buntbarsche schwimmen in einem Aquarium (Symbolbild).  © 123RF7Bernd Blsdorf

Zehn Jahre lang haben Forscher der Cambridge Universität Buntbarsche beobachtet und ausgiebig studiert.

Dabei fiel den Wissenschaftlern laut dem Fachmagazin Science Daily auf, dass Weibchen dieser Art überhaupt nicht wählerisch sind.

Normalerweise paaren sich Fische nur mit anderen Fischen derselben Rasse. Doch den Buntbarsch-Weibchen scheint das egal zu sein. Wenn ein Fischmännchen attraktiv genug ist, darf es ran!

Aufgefallen ist das den Forschern, als sie in einem der untersuchten Seen nur trübes Wasser vorfanden und genauer hinsehen mussten.

"Wenn das Weibchen wegen mangelndem Licht oder zu starker Trübung nicht richtig sehen kann, paart es sich mit egal welchem Fisch", schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie. Ebenso, "wenn die Färbung des Männchens attraktiv genug ist."

Neue Fische haben vielfältiges Aussehen

Die Forscher untersuchten über 2000 Fische und analysierte die DNA von über 400 Buntbarschen. Dabei wurden allein in einem See in Ostafrika 40 neue Arten festgestellt.

"Die neuen Arten von Cichliden [Wissenschaftlicher Name der Buntbarsche, Anmerkung der Redaktion] haben sich an alle verfügbaren Nahrungsressourcen im See angepasst: Einige ernähren sich von Insektenlarven, andere von Zooplankton oder Algen. Einige neu entdeckte Fische sind Raubtiere mit großen Zähnen, die wir 'Großzahn-Serranchromine' nannten", sagte Dr. Joana Meier, Evolutionsbiologin am St. John's College der Cambridge Universität.

Sie erklärte weiter, dass es etwa 30.000 Fischarten gibt. Dass sich ein Fisch mit einer anderen Spezies paaren würde, wäre in etwa so wahrscheinlich, wie der Sex zwischen einem Pferd und einer Katze, sagte sie.

Ob alle 40 Arten weiter überleben können, ist derzeit unklar. Da es sich streng genommen um verschiedene Rassen handelt, könnte es passieren, dass sie sich gegenseitig zu bekämpfen versuchen.

Titelfoto: 123RF7Bernd Blsdorf

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