20 Tonnen tote Fische nach Löschwasser-Katastrophe in der Jagst: Urteil erwartet

Langenburg - Viereinhalb Jahre nach einem Brand auf einem früheren Mühlengelände bei Kirchberg am Ufer der Jagst (Kreis Schwäbisch Hall) will ein Gericht entscheiden, ob ein damals 20 Jahre alter Mann für das Feuer verantwortlich gewesen ist.

23. August 2015: Feuerwehrleute bekämpfen den Brand in Kirchberg an der Jagst.
23. August 2015: Feuerwehrleute bekämpfen den Brand in Kirchberg an der Jagst.  © Sven Friebe/dpa

Nach dem Brand waren durch den gelagerten Kunstdünger und das Löschwasser massenweise Fische in der Jagst gestorben. Dem jungen Mann wird vor dem Amtsgericht in Langenburg fahrlässige Brandstiftung zur Last gelegt. Er wehrt sich allerdings gegen einen Strafbefehl.

Der Mann soll im August 2015 auf dem Gelände Müll verbrannt und einen Funkenflug verursacht haben, der den Brand in einer Halle und in Silos entzündete. Bei den Löscharbeiten waren dort gelagertes Ammoniumnitrat aus den Düngemitteln und Löschwasser in die Jagst geflossen.

Zehntausende, wenn nicht sogar Hunderttausende Fische verendeten nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums im Fluss.

Wie das Gericht entscheiden wird, ist vor den Plädoyers und dem Urteil am Donnerstag (9.30 Uhr) völlig offen.

Die Verteidigung hat erhebliche Zweifel an den Vorwürfen geäußert - sie will einen Freispruch fordern.

Angeklagter wird freigesprochen

Update 13.30 Uhr: Der 25-jährige Angeklagte wurde freigesprochen. Die zuständige Richterin sah keinen sicher nachweisbaren kausalen Zusammenhang zwischen dem Feuer und dem Ausbruch des Hallenbrandes, so dass eine andere Brandursache nicht ausgeschlossen werden konnte.

25. August 2015: Ein freiwilliger Helfer betrachtet bei Elpershofen tote Fische in einem Container. Die Tiere waren nach den Löscharbeiten verendet.
25. August 2015: Ein freiwilliger Helfer betrachtet bei Elpershofen tote Fische in einem Container. Die Tiere waren nach den Löscharbeiten verendet.  © DPA

Titelfoto: DPA


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