17-Jährige von Ex-Freund getötet: Bekannte berichtet von Beziehungsstreit

Flensburg - Im Mordprozess um die in Flensburg erstochene 17-jährige Mireille werden am Montag die Nachbarn als Zeugen vernommen.

Der Angeklagte (Mitte) mit seinen Anwälten im Gerichtssaal.
Der Angeklagte (Mitte) mit seinen Anwälten im Gerichtssaal.

Darüber hinaus soll ein Sachverständiger sein radiologisches Gutachten zum Alter des Angeklagten vorstellen.

Eine rechtsmedizinische Gutachterin hatte das Alter des Flüchtlings aus Afghanistan bereits anhand verschiedener Kriterien auf mindestens 21 Jahre, höchstwahrscheinlich aber 29 Jahre taxiert. Sie schloss aus, dass der Angeklagte wie behauptet zur Tatzeit erst 18 Jahre alt gewesen ist.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, das Opfer aus niederen Beweggründen mit 14 Messerstichen am 12. März getötet zu haben. Er habe die junge Deutsche in deren Wohnung aus Eifersucht getötet, weil das Mädchen eine andere Beziehung eingegangen sei.

Bereits vergangene Woche hatten die am Tatort anwesenden Rettungssanitäter ihre Aussagen gemacht (TAG24 berichtete).

Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.

Update, 16.33 Uhr: Am Montag berichtete eine Zeugin über die endgültige Trennung des Mädchens vom Angeklagten und Streitereien in der Beziehung. Der Angeklagte habe geklammert und sei eifersüchtig gewesen, sagte die Freundin vor der Ersten Großen Strafkammer am Landgericht. Er und Mireille seien etwa zwei Jahre lang ein Paar gewesen, sagte die 18-Jährige, die im selben Haus wie Mireille wohnte. Sie hätten häufig Streit gehabt.

Die Zeugin berichtete von einer On-Off-Beziehung zwischen der jungen Deutschen und dem Afghanen, die beide unter der Obhut des Jugendamts standen. Das Mädchen wegen ihrer Familiensituation, der Angeklagte als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling. Wenige Wochen vor der Tat habe Mireille ihr gesagt, dass sie die Beziehung endgültig nicht mehr wolle, sagte die Zeugin. Es habe für sie glaubhaft geklungen.

Zur Tatzeit selbst war die 18-Jährige nicht im Haus. Andere Nachbarn, die am Montag ebenfalls befragt wurden, hatten von der tödlichen Attacke auf das Mädchen kaum etwas mitbekommen. Sie hätten die Getötete und den Angeklagten nicht näher gekannt.

Am Nachmittag bekräftigte ein radiologischer Sachverständiger, dass der Angeklagte zur Tatzeit mindestens 21 Jahre alt gewesen sein muss. Eine Rechtsmedizinerin hatte dessen Alter bereits am ersten Prozesstag anhand verschiedener Kriterien auf mindestens 21 Jahre, wahrscheinlich aber 29 Jahre taxiert.


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