Amokalarm an Schule! 17-Jähriger wollte Menschen töten

Flensburg - Großeinsatz für die Flensburger Polizei am Mittwochmorgen! Ein 17-Jähriger hatte am Abend zuvor angedroht, mehrere Menschen töten zu wollen.

Polizeibeamte stehen während eines Einsatzes vor der Eckener Schule.
Polizeibeamte stehen während eines Einsatzes vor der Eckener Schule.  © DPA

Die Pläne konnten allerdings durch die Polizei vereitelt werden. Am Dienstagabend erhielten die Beamten einen Hinweis.

In einem Chatverlauf kündigte der 17-Jährige an, mehrere Menschen in der Eckener Schule in Flensburg töten zu wollen. Dieser wurde der Polizei allerdings zugespielt.

Sofort griffen vorgefertigte Maßnahmen, die Beamten setzten sich mit der Schulleitung in Verbindung und besprachen die Maßnahmen, erklärte Polizeisprecher Christian Kartheus auf TAG24-Nachfrage.

Die Polizei war zu Schulbeginn mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort und führte Einlasskontrollen an der Schule durch.

Bei dem vermeintlich Verdächtigen konnten die Beamte mehrere Messer feststellen. Genauere Angaben wollte die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen.

Nach den ersten Ermittlungen konkretisierte sich der Verdacht gegen den 17-Jährigen. Er wurde vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der geplanten Tat laufen.

Update, 9.52 Uhr: Unterricht findet statt

Nach der Festnahme fand an der Berufsschule der Unterricht normal statt. Vor der Schule standen zwei Streifenwagen, die die Lage zur Sicherheit noch im Blick hatten.

Update, 13.48 Uhr: Wollter der Schüler erwischt werden?

Wie die Polizei am Mittwoch weiter mitteilte habe der Tatverdächtige keinen gezielten Angriff auf einen bestimmten Lehrer oder Mitschüler angekündigt. "Er hat es allgemein gehalten", so ein Sprecher. Daher habe man auch den Begriff Androhung einer Amoktat verwendet.

Schulleiter Sven Mohr lobte die Zusammenarbeit mit der Polizei als sehr professionell. "Wir sind gestern Abend um 22 Uhr informiert worden von der Polizei, dass dort ein Tatverdacht bestehen würde", sagte er. Man habe verabredet, sich am Mittwochmorgen sehr früh an der Schule zu treffen. Gemeinsam sei das weitere Vorgehen besprochen worden.

"Die Polizei hat dann angefangen, die ersten Schüler, die kamen anzusprechen", sagte Mohr. Nur zwei der sechs Eingänge ins Schulgebäude seien geöffnet worden. "Bereits kurz nach sieben hat ein Schüler dann die Tatabsicht gestanden", sagte der Schulleiter weiter.

"Er ist eigentlich in die Polizeikontrolle reingelaufen. Im Nachhinein würde ich fast sagen, er wollte erwischt werden." Da der 17-Jährige sowohl den Chatverlauf bestätigt als auch Messer dabei hatte, habe er wohl durchaus eine Tatabsicht gehabt.

"Uns war ein großes Anliegen, dass wir nicht zu große Unruhe in die Schule bringen", sagte Schulleiter Mohr. "Wir haben extrem viele Prüfungen heute im Haus. Und wenn die Schüler dann Angst gehabt hätten und nicht mit einem guten Vertrauen in die Prüfung gegangen wären, das wäre schon sehr nachteilig."

Der 17-Jährige sei als ruhiger Schüler beschrieben worden, der an der Schule noch nicht auffällig geworden sei, sagte der Schulleiter.

Update, 17.11 Uhr: Schüler räumt Tat ein

Der festgenommene Schüler ist in eine psychiatrische Klinik für Kinder und Jugendliche eingewiesen worden. Der Jugendliche habe eingeräumt, dass er verantwortlich für die entsprechende Ankündigung in einem Internetchat war, wie die Polizei mitteilte.

Der 17-jährige Deutsche führte demnach in seinem Rucksack mehrere griffbereite Messer mit, die er nach eigenen Angaben gegen andere Menschen einsetzen wollte.

Hintergrund der geplanten Tat dürften nach Polizeiangaben persönliche Probleme sein, die er nicht anderweitig kompensieren konnte.

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes veröffentlichen die Ermittler keine weiteren Informationen über den Jugendlichen und die näheren Tatumstände.

Mehr zum Thema Terror:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0