"Aktenzeichen XY": Rund 200 neue Hinweise zum Prostituierten-Mord an Sylvia D.

Flensburg – Nach einem Bericht über den vor über 25 Jahren verübten Mord an der Flensburger Prostituierten Sylvia D. in der Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" überprüft die Polizei neue Hinweise in dem Fall.

Sylvia D. arbeitete in Flensburg unter dem Pseudonym "Mandy" als Prostituierte.
Sylvia D. arbeitete in Flensburg unter dem Pseudonym "Mandy" als Prostituierte.  © LKA SH

"Wir haben ungefähr 200 Hinweise bekommen", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Tod der Frau war am Mittwochabend Thema in der ZDF-Sendung. Beamte der Cold Case Unit haben den Fall gemeinsam mit der Flensburger Mordkommission wieder aufgerollt. Es gibt auch DNA-Spuren.

Das 25 Jahre alte Opfer hatte in Inseraten als "Mandy" um Freier geworben und diese in einer Wohnung in der Bahnhofstraße empfangen.

Fallanalytiker gehen davon aus, dass die als lebenslustig beschriebene zweifache Mutter ein Zufallsopfer war und der Täter wusste, in welchen Wohnungen die Prostituierten arbeiteten.

Sylvia D. öffnete im August 1994 ihrem Mörder die Tür.

Nach Spurenlage schlug und stieß der Täter sein Opfer sofort. Rund 30 Mal stach er auf sie ein. "Bizarres Detail: Der Täter nahm die blutige Kleidung des Opfers sowie ein Gewebestück aus dem Körper mit. In Deutschland gibt es bis heute keine Tat mit vergleichbarem Muster", teilte das LKA mit.

Nachbarn hätten die Schreie gehört, denn viele Balkontüren und Fenster waren an dem heißen Tag geöffnet. Einen Notruf setzte aber niemand ab. Ein Taxifahrer sagte später aus, er habe im Bereich des Bahnhofs einen Fahrgast mit blutiger Kleidung befördert. Auf Nachfrage habe der Mann behauptet, er sei Fleischer.

In diesem Mehrfamilienhaus am Flensburger Bahnhof wurde Sylvia D. ermordet.
In diesem Mehrfamilienhaus am Flensburger Bahnhof wurde Sylvia D. ermordet.

Titelfoto: Montage: LKA SH

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