Flickenteppich Breitband-Internet: Chemnitz hat noch 100 "weiße Flecken"

Chemnitz - In Sachen Internet ist Chemnitz noch ein Flicken-Teppich! Haushalte, Unternehmen und Schulen stehen trotz Breitband-Ausbau oft auf der Leitung. 

Für Stadtrat Michael Specht (35, CDU) ist schnelles, stabiles Internet Standortfaktor für die Ansiedlung von Unternehmen und Privatleuten.
Für Stadtrat Michael Specht (35, CDU) ist schnelles, stabiles Internet Standortfaktor für die Ansiedlung von Unternehmen und Privatleuten.  © Kristin Schmidt

Es gibt noch 100 "weiße Flecken", teilte die Stadt mit. Sogar in ausgebauten und angeschlossenen Stadtteilen wie Schloßchemnitz, Altendorf und dem Kaßberg ruckelt es.

"Dieser Zustand ist untragbar. Schnelles Internet ist Wohn- und Arbeitsqualität und wichtiger Standortfaktor für Unternehmen", sagt Stadtrat Michael Specht (35, CDU). 

Home-Office oder Video-Konferenz dürften nicht daran scheitern. Bürger in Altendorf würden über fehlende Kabel-Anbindung klagen. 

Die Stadt sollte aktiv auf Unternehmen zugehen und gute Rahmenbedingungen schaffen. Doch das Rathaus wälzt die Verantwortung ab. 

"Die grundsätzliche Versorgung und der Ausbau obliegen den privaten Kommunikationsunternehmen", antwortet Baubürgermeister Michael Stötzer (47, Grüne) auf Spechts Ratsanfrage.

Silke Koppe (57) von "Beti Lue.Salbenmanufaktur" ist von langsamen Internet genervt. IT-Unternehmer Lars Fassmann (43) macht einen Geschwindigkeitstest.
Silke Koppe (57) von "Beti Lue.Salbenmanufaktur" ist von langsamen Internet genervt. IT-Unternehmer Lars Fassmann (43) macht einen Geschwindigkeitstest.  © Maik Börner

Breitband-Ausbau kostet Chemnitz 75,8 Millionen Euro

Mit drei Anbietern und langsamem Internet plagt sich auch Silke Koppe (57): "E-Mails dauern, ein kurzes Video braucht 20 Minuten, Arbeit am Online-Shop zieht sich. Im ganzen Kaßberg ist Internet müßig und lahm." Ladebalken-Warten fresse Zeit, sechs Mitarbeiterinnen "leben vom Rechner". 

IT-Unternehmer Lars Fassmann (43) machte für Koppe einen DSL-Speed-Test: "Du hast fünf Mbits/Sekunde Download und 0,3 Mbits/Sekunde Upload. Zu wenig! Für die Arbeit wären 50 statt fünf und zehn statt 0,3 annehmbar."

Ziel des Breitband-Ausbaus in Chemnitz für 75,8 Millionen Euro bis Ende 2020: Mindestens 100 Mbits/Sekunde für Haushalte, Firmen und Schulen. Unternehmen sollen sich mit 1 Gbit/Sekunde ins digitale Zeitalter beamen.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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