Hier fliegt ein Auto ins Residenzschloss

Ein Kran bugsiert die schwarze Limousine auf knapp die halbe Kuppelhöhe. Diese misst im Zenit 35 Meter.
Ein Kran bugsiert die schwarze Limousine auf knapp die halbe Kuppelhöhe. Diese misst im Zenit 35 Meter.

Dresden - Wie eine Spinne steht der Kran auf vier Beinen im Kleinen Schlosshof des Residenzschlosses. An seinem annähernd 15 Meter in die Höhe ragenden Ausleger baumelt eine schwarze Limousine.

Kurz darauf hängt das Auto an beinah unsichtbaren Seilen wie freischwebend in der Luft.

Der „fliegende Wagen“ ist die papierene Nachbildung eines Hongqi im Originalmaßstab. Dieses Auto ist Chinas vornehmste Nobelkarosse.

Im Original ist es 3,2 Tonnen schwer und 400 PS stark. Die Kopie aus Papier bringt es auf immerhin rund 40 Kilogramm.

Im Schloss schwebt er als besonderer Marketing-Gag, mit dem die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) auf eine Ausstellung hinweisen.

Die von dem Philosophen Wolfgang Scheppe (59) kuratierte Schau heißt „Supermarket of the Dead“, öffnet am Sonnabend im 2. Obergeschoss des Residenzschlosses.

Sie handelt in kulturkritischer Absicht von der alten chinesischen Sitte, den Toten als „Brandopfer“ Güter ihres Lebens als Nachbildungen aus Papier mit auf den letzten Weg zu geben. Zu den Ausstellungsstücken gehört eben dieser Hongqi.

Da „schwebt“ er, der Hongqi, samt künstlichem Fahrer in etwa 15 Meter Höhe im Kleinen Schlosshof.
Da „schwebt“ er, der Hongqi, samt künstlichem Fahrer in etwa 15 Meter Höhe im Kleinen Schlosshof.

Fotos: Eric Münch


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