Fliegerbombe in Nordhausen endlich entschärft

Der Sprengmeister untersuchte auf einer Baustelle in Nordhausen die Fundstelle einer Fliegerbombe. Es gibt 
den Verdacht, dass noch zwei weitere Blindgänger auf dem Grundstücke liegen 
könnten.
Der Sprengmeister untersuchte auf einer Baustelle in Nordhausen die Fundstelle einer Fliegerbombe. Es gibt den Verdacht, dass noch zwei weitere Blindgänger auf dem Grundstücke liegen könnten.

Nordhausen - Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Dienstag in Nordhausen entschärft worden. 

Ein Sprengmeister habe den Zünder des fünf Zentner schweren amerikanischen Blindgängers unschädlich gemacht, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Er sollte noch am Abend abtransportiert werden. 

Rund 1000 Menschen waren vor der Entschärfung in Sicherheit gebracht worden; sie konnten danach wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Bombe war auf einem Grundstück bei einer routinemäßigen Kontrolle entdeckt worden. Dort soll demnächst gebaut werden.

"Es war eine schwere Sache"

So berichtet es der Leiter der Berufsfeuerwehr, Gerd Jung. Der Zünder sei durch den Abwurf stark beschädigt gewesen. Der Sprengmeister habe kurz davor gestanden, die Aktion abzubrechen. Die Stadt hatte geplant, den Blindgänger in den Nachtstunden in einem speziellen Behälter abzutransportieren, sollte er nicht entschärft werden können.

Zunächst hatten die Experten befürchtet, dass auf dem Grundstück noch zwei weitere Blindgänger liegen könnten. Das habe sich nicht bestätigt, sagte der Sprecher. Ansonsten hätte der Sperrradius ausgeweitet werden müssen. Polizei und Stadt hatten die Menschen in einem Umkreis von 500 Metern aufgerufen, die Gebäude zu verlassen. Betroffen waren auch eine Fachhochschule, mehrere Supermärkte, ein größeres Unternehmen und einige Tankstellen. Die Stadt richtete drei Sammelpunkte ein und es wurden Busse eingesetzt.

Nordhausen war im Zweiten Weltkrieg bei Fliegerangriffen der Alliierten massiv zerstört worden; zwischen 8000 und 10.000 Menschen starben. Noch immer werden Blindgänger gefunden. Wie viele unentdeckte Sprengbomben unter der Erde liegen ist dem Sprecher zufolge unklar. Erst im Juni hatten Experten in einem Wald bei Nordhausen eine britische Fliegerbombe gesprengt.


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