Tödliches Flixbus-Drama auf der A9: Fahrer wohl am Steuer eingeschlafen

Leipzig - Nach dem Busunglück auf der Autobahn 9 bei Leipzig steht am Montag die Suche nach der Ursache im Mittelpunkt.

Am Rastplatz Bachfurt war der Flixbus nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und war an einer Böschung auf die Seite gekippt.
Am Rastplatz Bachfurt war der Flixbus nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und war an einer Böschung auf die Seite gekippt.  © News5

Bei dem Unfall kam eine Frau ums Leben, sieben weitere wurden schwer verletzt, einige sogar lebensbedrohlich, wie eine Sprecherin der Autobahnpolizei in Weißenfels sagte. Die Identitäten sind derzeit noch unklar.

An Bord des Busses waren 75 Menschen, darunter auch ein Kind; auch die übrigen 67 wurden mehr oder weniger schwer verletzt.

Gegen Mitternacht gab die Polizei die nach dem Unfall gesperrte Fahrbahn in Richtung Berlin wieder frei. Wie lange die Bergung des Wracks und damit die Sperrung der Fahrbahn Richtung München noch andauern würde, war am frühen Montagmorgen noch nicht absehbar.

Der Bus des Unternehmens Flixbus war in Richtung München am frühen Sonntagabend gegen 17.28 Uhr verunglückt und schwer beschädigt auf der Seite liegen geblieben. Ein anderes Auto war laut Polizei nicht an dem Unfall beteiligt. Darüber hinaus war zum Unfallhergang noch nicht viel bekannt.

Polizei geht vorerst von Sekundenschlaf aus

Ein Mensch starb in dem Wrack, 67 weitere wurden teils lebensgefährlich verletzt.
Ein Mensch starb in dem Wrack, 67 weitere wurden teils lebensgefährlich verletzt.  © Frank Schmidt

Eine Sprecherin der Autobahnpolizei hatte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend gesagt, die Polizei gehe nach ersten Ermittlungen davon aus, dass ein sogenannter Sekundenschlaf des Fahrers zu dem Unfall geführt habe.

Diesen Verdacht wollte ein Sprecher der Polizei in Halle in der Nacht zu Montag ausdrücklich nicht bestätigen und verwies auf die laufenden Ermittlungen zum Unfallhergang. Zum Zustand der Verletzten konnte die Polizei am frühen Morgen keine weiteren Angaben machen.

Die A9 wurde an der Unfallstelle in beide Richtungen voll gesperrt. Es bildeten sich lange Staus auf der Autobahn. Neben Polizisten waren mehrere Feuerwehren, Notärzte, Rettungshubschrauber und Kriseninterventionsteams im Einsatz.

Flixbus bestätigte am Abend, dass der Bus für das Unternehmen gefahren war und richtete eine Hotline für Angehörige ein. "Der Bus war im Auftrag von Flixbus planmäßig zwischen Berlin und München unterwegs", bestätigte das Reiseunternehmen der Deutschen Presse-Agentur. "Unser Mitgefühl gilt den betroffenen Fahrgästen und Busfahrern sowie deren Familien und Freunden."

UPDATE, 12.45 Uhr: Auf TAG24-Nachfrage bestätigte Polizeisprecherin Ulrike Diener, dass es sich bei dem Busfahrer um einen 59 Jahre alten Mann handelt. "Er ist schwerverletzt und konnte noch nicht befragt werden", so Diener.

Eine Leitplanke hatte sich in die schwer beschädigte Front des Doppelstockbusses gebohrt.
Eine Leitplanke hatte sich in die schwer beschädigte Front des Doppelstockbusses gebohrt.  © Frank Schmidt
Bis spät in die Nacht musste die A9 gesperrt bleiben.
Bis spät in die Nacht musste die A9 gesperrt bleiben.  © News5
Am Rastplatz Bachfurt kam der Flixbus nach rechts ab und kippte an einer Böschung um.
Am Rastplatz Bachfurt kam der Flixbus nach rechts ab und kippte an einer Böschung um.  © News5

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