Fünf Monate nach Flixbus-Drama bei Leipzig: Busfahrer hat endlich ausgesagt

Leipzig - Mitte Mai verunglückte auf der Autobahn 9 nahe Leipzig ein vollbesetzter Flixbus auf der Fahrt nach München (TAG24 berichtete). 72 Insassen wurden teils schwer verletzt, die 63-jährige Cristina P. kam ums Leben. Mehr als fünf Monate später hat sich nun auch der Busfahrer geäußert.

Stundenlang war die Autobahn 9 bei Leipzig gesperrt gewesen.
Stundenlang war die Autobahn 9 bei Leipzig gesperrt gewesen.  © dpa/Jan Woitas

Viele Wochen war der ebenfalls schwerverletzte Fahrer (59) des Doppelstock-Reisebusses nicht vernehmungsfähig, teilte die Staatsanwaltschaft Leipzig mit. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Nun, mehr als fünf Monate nach dem tragischen Unglück, gibt es eine Aussage des Beschuldigten.

"Der Busfahrer hat sich mittlerweile über seinen Verteidiger zur Sache eingelassen", sagte Staatsanwalt Andreas Ricken auf TAG24-Anfrage. Zum Inhalt könne aufgrund der laufenden Ermittlungen derzeit keine Auskunft erteilt werden.

Auch das Gutachten zur Unfallursache wurde von einem Sachverständigen mittlerweile vorgelegt. "Auch hierzu können aufgrund der laufenden Ermittlungen derzeit keine Aussagen gemacht werden", so Ricken.

Ein sogenannter Sekundenschlaf des Fahrers konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden. Auch ein technischer Defekt war eine mögliche Ursache für das Unglück. Die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten seien vom 59-Jährigen jedoch eingehalten worden, teilte Flixbus mit.

19. Mai 2019: Der Tag des tragischen Flixbus-Unfalls

An dieser Stelle fuhr der Flixbus mehrere Verkehrsschilder um und kippte an dem Erdhügel im Hintergrund auf die linke Seite.
An dieser Stelle fuhr der Flixbus mehrere Verkehrsschilder um und kippte an dem Erdhügel im Hintergrund auf die linke Seite.  © dpa/Jan Woitas

Auf dem Weg von Berlin nach München kam der giftgrüne Fernbus am frühen Abend des 19. Mai 2019 zwischen den Anschlussstellen Leipzig-West und Bad Dürrenberg am Rastplatz Bachfurt von der Fahrbahn ab, mähte mehrere Verkehrsschilder um, fuhr auf einen Erdhügel auf und kippte auf die linke Seite.

Dabei bohrte sich eine Leitplanke in den Frontbereich des Reisebusses, wodurch der Volleyball-Fan Cristina P. (63) aus Italien tödliche Verletzungen erlitt. Nach italienischen Medienberichten war sie mit ihrem Sohn, ihrer Tochter, dem angehenden Schwiegersohn und ihrer Schwester auf der Rückreise von Berlin. Ihre Angehörigen wurden verletzt.

Von den 75 Menschen im Fernbus wurden 72 verletzt, acht Reisende und der Busfahrer schwer.

Später suchte Alexander Engel (33), einer der Überlebenden, nach seinem Sitznachbarn. Er half dem 33-Jährigen aus dessen Sitz, brachte ihn ins Freie. Anfang Juni konnte er ihn tatsächlich ausfindig machen (TAG24 berichtete).

Ein Luftbild von der Unfallstelle.
Ein Luftbild von der Unfallstelle.  © Matthias Strauß
Volleyball-Fan Cristina P. (63), die in der oberen Etage saß, verstarb aufgrund ihrer schweren Verletzungen.
Volleyball-Fan Cristina P. (63), die in der oberen Etage saß, verstarb aufgrund ihrer schweren Verletzungen.  © dpa/Jan Woitas

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