Flixbus-Drama: Volleyball-Fan Cristina starb auf der A9 bei Leipzig

Leipzig - Das Schicksal kann so grausam sein ... Gerade noch hatten sie gemeinsam gejubelt, wenig später müssen die Kinder um ihre Mutter trauern. Die Reise mit dem Flixbus durch Sachsen war die letzte Fahrt der Italienerin Cristina P. (63).

Gegen den Busfahrer ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.
Gegen den Busfahrer ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.  © dpa/Jan Woitas

Mit den erwachsenen Kindern hatte sich die ehemalige Postangestellte einen Traum erfüllt. Sie hatten Karten für das Champions-League-Finale im Volleyball bekommen.

Das Endspiel hatte nämlich ihr Lieblingsverein erreicht, der italienische Meister Lube Civitanova. Und Cristina, die vor zwei Jahren Witwe geworden war, durfte jubeln. Mit 3:1 fegte ihr Club am Samstag den sechsmaligen Titelträger Kasan aus Russland aus der Berliner Max-Schmeling-Halle.

Nur wenige Stunden später stieg die Familie in den Flixbus nach München, von wo es weiter in die Heimat gehen sollte. Doch die Fahrt endete jäh wenige Kilometer hinter Leipzig. In Höhe des Rastplatzes "Bachfurt" rauschte der Fernbus eine Böschung hinauf, kippte um. Die Leitplanke fetzte einen Teil des Gefährts auf (TAG24 berichtete).

Nach italienischen Medienberichten saß Cristina zum Unfallzeitpunkt im Bus oben in der ersten Reihe. Ganz in der Nähe ihrer Verwandten. Sohn, Tochter, angehender Schwiegersohn und auch Schwester wurden verletzt. Sie mussten noch auf der Autobahn Abschied nehmen. Champions-League-Sieger Lube postete in einem Nachruf auf den offenbar beliebten Fan: "Ciao Cristina. Wir schließen uns dem Schmerz der Familie und aller Sportler des Vereins an."

Ermittlungen gegen Fahrer

Sie kam vom Champions-League-Finale: Cristina P. (63) starb in dem Unglücksbus.
Sie kam vom Champions-League-Finale: Cristina P. (63) starb in dem Unglücksbus.  © facebook/lubevolley

Die Staatsanwaltschaft in Leipzig wollte am Dienstag die Identität der Toten noch nicht bestätigen.

Erst am heutigen Mittwoch wird der Leichnam obduziert. Dem Fahrer (59) indes werden fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen (TAG24 berichtete). "Es gibt keine Anhaltspunkte für ein Verschulden Dritter", erklärt Staatsanwalt Andreas Ricken (32). "Es besteht deshalb ein Anfangsverdacht."

Das Unternehmen Flixbus betont: "Die Auswertung unserer internen Daten ergab, dass sich der Fahrer an die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten gehalten hat", so ein Sprecher. "Dieses Ergebnis wurde uns durch Polizeibehörden bestätigt, welche wiederum den Tachographen des Busses auswerteten."

Insgesamt 72 Menschen waren bei dem Busunglück verletzt worden.

Die Italienerin hatte zum Unfallzeitpunkt ganz vorn oben im Bus gesessen.
Die Italienerin hatte zum Unfallzeitpunkt ganz vorn oben im Bus gesessen.  © dpa/Jan Woitas

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